Hilfreiche GUI-Programme

Im folgenden Abschnitt sind einige Programme mit graphischer Bedienoberfläche (“Graphical User Interface”, kurz: GUI) vorgestellt, die bereits installiert sind oder einfach mittels apt nachinstalliert werden können:

abiword

Bei abiword handelt es sich um eine schlanke Alternative zum standardmäßig installierten Textverarbeitungs-Programm LibreOffice-Writer. Im Vergleich zu letzterem benötigt abiword wesentlich weniger Festplattenspeicher, es lädt wesentlich schneller und verursacht im laufenden Betrieb eine geringere CPU- und Arbeitsspeicher-Auslastung.

abiword kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install abiword

Die Bedienung von abiword ist einfach und intuitiv; viele Icons und Arbeits-Routinen orientieren sich an LibreOffice beziehungsweise Microsoft Office. Abiword ist zudem mittels in Python oder C++ geschriebenen Plugins erweiterbar.

_images/abiword.png

Nachteilig bei der Verwendung von abiword ist lediglich, dass die Formatierung von ursprünglich mit Microsoft Word erstellten Dokumenten teilweise nicht richtig wiedergegeben wird. Das Programm bietet also nicht den gesamten Funktionsumfang von LibreOffice, aber ist für ein schnelles Verfassen eigener Dokumente in den meisten Fällen ausreichend.

alarm-clock-applet

Bei alarm-clock-applet handelt es sich um einen schlichten Erinnerungsdienst mit Stoppuhr- und Uhrzeit-Funktion. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install alarm-clock-applet

Anschließend kann alarm-clock-applet mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; zusätzlich wird das Programm automatisch in die Liste der beim Start automatisch geladenen Programme aufgenommen, was über Startmenü -> Steuerzentrale -> Persönlich -> Startprogramme geändert werden kann. Ist das Programm aktiv, so erscheint in im Symbol-Abschnitt der Taskleiste ein kleines Wecker-Symbol.

_images/alarm-clock-applet.png

Das Programm ist sehr einfach bedienbar: Klickt man mit einem Doppelklick auf das Wecker-Icon, so werden die Alarme angezeigt. Durch einen Klick auf das entsprechende Icon (oben links) wird ein neuer Alarm definiert, wobei man zwischen der Wecker- und der Stoppuhr-Funktion wählen kann:

  • Bei der Wecker-Funktion wird die angegebene Zeit (Stunden: Minuten: Sekunden) als Uhrzeit interpretiert.
  • Bei der Stoppuhr-Funktion wird die angegebene Zeit (Stunden: Minuten: Sekunden) als Countdown-Timer interpretiert.

Zusätzlich ist es empfehlenswert, eine Audio-Datei anzugeben, die abgespielt werden soll, wenn der Alarm ausgelöst wird; persönlich finde ich die standardmäßig bereits vorhandene Datei /usr/share/sounds/purple/alert.wav zwar nicht besonders klangvoll, aber durchaus als Wecker-Signal geeignet.[1] Lässt man das Feld frei, so wird beim Auslösen des Alarms nur ein Hinweis-Fenster am oberen rechten Rand des Bildschirms geöffnet.

Nach dem neuen Erstellen eines Alarms wird dieser automatisch aktiviert und in die Alarm-Liste aufgenommen; dort kann er ausgewählt und über die Icons in der Symbolleiste wahlweise bearbeitet, gestoppt oder auch wieder gelöscht werden. Nach dem Auslösen beziehungsweise Stoppen eines Alarms bleibt dieser dennoch in der Liste erhalten und kann somit als Vorlage für ein neues Alarm-Event verwendet werden.

audacious

Bei audacious handelt es sich um einen ebenso kleinen wie vielseitigen Audio-Player. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install audacious

Gestartet werden kann audacious anschließend über Startmenü -> Multimedia -> audacious oder über die gleichnamige Shell-Anweisung.

Audacious bietet mehrere “Themes”, die das Aussehen der Bedienoberfläche maßgeblich beeinflussen:

  • Mit dem als Standard eingestellten “GTK-Interface” sieht audacious fast aus wie ein Browser, wobei die einzelnen Tabs den einzelnen Wiedergabelisten entsprechen; die obere Zeile beinhaltet gewöhnliche Icons zur Wiedergabe, Lautstärke-Regulierung, Zufallswiedergabe, sowie zum Öffnen von Dateien.

    Durch einen Klick auf das a-Icon links oben im Fenster kann man über den Menü-Eintrag Datei -> Einstellungen das Erscheinungsbild und weitere Eigenschaften anpassen.

  • Mit dem “Winamp-Interface” erscheint audacious mit einer Bedien-Oberfläche mit minimaler Größe; die aktuelle Playliste kann optional durch einen Klick auf den Pl-Button eingeblendet werden.

Die Wahl des Interfaces ist Geschmacksache: Das GTK-Interface bietet eine übersichtliche und mit der Maus gut bedienbare Darstellung (optional mit zusätzlichen Informationen), das Winamp-Interface hingegen bietet auf sehr kleinen (Touch-)Displays Vorteile.[2]

ding

Bei ding handelt es sich um ein ein deutsch-englisch-sprachiges Wörterbuch. Das Programm und das zugehörige Wörterbuch kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install ding trans-de-en

Anschließend kann ding mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; es erscheint zudem (ab Linux Mint 18) ein Eintrag im Programm-Menü unter der Rubrik “Büro”.

_images/ding.png

Das Wörterbuch ist intuitiv bedienbar: Gibt man in der Eingabezeile einen Begriff ein und drückt Enter, so werden die entsprechenden Ergebnisse angezeigt. Gibt man dann erneut Text ein, so wird der Inhalt der Eingabezeile in der Regel automatisch überschrieben; notfalls kann diese mittels Ctrl U auch ohne ein Markieren des Textes mittels der Maus gelöscht werden.

Klickt man auf die Pfeiltasten neben dem Eingabefeld, so können die vorherigen Übersetzungen wieder angezeigt werden.

easytag

Bei easytag handelt es sich um ein Programm zur schnellen und einfachen Bearbeitung von Audio-Metadaten (“ID3-Tags”).

sudo aptitude install easytag
_images/easytag.png

Das Programm bietet, wie in der obigen Abbildung zu sehen, Eingabe-Formulare für die einzelnen ID3-Tag-Felder einer Audio-Datei; man kann im mittleren Auswahl-Fenster auch mehrere Dateien auswählen, um beispielsweise in allen Dateien auf einmal das Künstler- oder Album-Feld auszufüllen.

Easytag bietet bei Bedarf über Ansicht -> Scanner anzeigen eine einfache Möglichkeit, ID3-Tags automatisch anhand des jeweiligen Datei- beziehungsweise Verzeichnisnamens auszufüllen.

firefox

Bei firefox handelt es sich um einen Standard-Webbrowser, der bei Debian/Linux Mint bereits vorinstalliert ist.

_images/firefox.png

Firefox kann daher bei einer neuen Installation unmittelbar genutzt werden; es ist allerdings empfehlenswert, noch einige Plugins nachzuinstallieren, welche den Browser um zusätzliche Features erweitern. Dazu gibt man unter Add-ons -> Erweiterungen im Suchfenster einen Suchbegriff oder den Namen des gewünschten Plugins ein, und bekommt die jeweiligen Ergebnisse aufgelistet; die Plugins können dann durch einen simplen Mausklick installiert werden. Persönlich benutze ich als Plugins Adblock Plus als Werbeblocker, NoScript, Youtube Video and Audio Downloadhelber, sowie Vimperator für eine Vim-artige Bedienung des Browsers.

gnumeric

Bei gnumeric handelt es sich um eine schlanke Alternative zum standardmäßig installierten Tabellen-Programm LibreOffice-Calc. Im Vergleich zu letzterem benötigt gnumeric wesentlich weniger Festplattenspeicher, es lädt wesentlich schneller und verursacht im laufenden Betrieb eine geringere CPU- und Arbeitsspeicher-Auslastung.

_images/gnumeric.png

gnumeric kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install gnumeric

Die Bedienung von abiword ist einfach und intuitiv; viele Icons und Arbeits-Routinen orientieren sich an LibreOffice beziehungsweise Microsoft Office. Gnumeric kann zudem mittels in Python oder C++ geschriebenen Plugins erweitert werden.

gparted

Bei gparted handelt es sich um einen Partitions-Manager, mit dem verschiedene Partitionen auf lokalen Festplatten oder USB-Sticks erstellt und verwaltet werden können.Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install gparted

Gestartet werden kann gparted nur mit SuperUser-Rechten, da das Programm bei nicht gewollter Benutzung auch die Partitionierung der System-Festplatte unbrauchbar machen kann.

... to be continued ...

guake

Bei guake handelt es sich um eine Shell, die auf Tastendruck am oberen Bildschirmrand ein- und ausgeblendet werden kann.

guake kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install guake

Anschließend kann guake mittels der gleichnamigen Anweisung aus einer Shell heraus oder mittels Alt F2 gestartet werden. Ist guake aktiv, so kann mit den Standard-Einstellungen durch Drücken der Taste F12 ein Shell-Fenster am oberen Rand des Bildschirms eingeblendet werden; dieses kann wie jedes gewöhnliche Shell-Fenster genutzt werden. Klickt man allerdings mit der rechten Maustaste in dieses Fenster, so können die über den Menü-Eintrag Einstellungen unter anderem die Tastenkombinationen für guake geändert werden.

Das wichtigste Tastenkürzel betrifft das An- und Ausblenden des guake-Fensters; ich habe hierfür die Taste F1 ausgewählt, da diese bei LinuxMint gewöhnlich Hilfe-Seiten zum aktuellen Programm öffnet. Dies kann auch störend sein, wenn man gelegentlich aus Versehen auf diese Taste drückt. Wird die Taste hingegen von guake belegt, so wird die ursprüngliche Funktion dieser Taste dadurch überlagert.

Mit guake können, ähnlich wie bei einem Webbrowser, auch mehrere Shell-Sitzungen als Tabs nebeneinander geöffnet sein. Ich nutze dafür allerdings lieber tmux, so dass bei mir die entsprechende von guake bereit gestellte Funktion ungenutzt bleibt.

inkscape

Bei inkscape handelt es sich um ein Programm zur Erstellung von Vektor-Graphiken (“Scaleable Vector Graphics”, SVG). Dieses Programm wird im eigenen Abschnitt Inkscape näher beschrieben.

keepassx

Bei keepassx handelt es sich um ein Programm zur sicheren Verwaltung von Passwörtern. Der Grundgedanke hierbei ist, dass man sich künftig nur ein gutes Passwort (oder den Namen einer selbst gewählten Schlüsseldatei) merken muss und dafür alle weitere Passwörter in verschlüsselter Form zentral verwaltet werden.

KeepassX kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install keepassx

Anschließend kann keepassx mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; es erscheint zudem ein Eintrag im Programm-Menü unter der Rubrik “Sonstiges”.

Beim ersten Start von KeepassX wird man unmittelbar durch ein Eingabe-Formular aufgefordert eine neue Datenbank für Passwörter anzulegen; dazu muss man angeben, in welcher Datei beziehungsweise in welchem Pfad die Datenbank gespeichert werden soll. Zudem muss wahlweise ein Passwort für diese Datenbank angegeben werden oder eine beliebige Datei aus dem Dateisystem ausgewählt werden, die als “Schlüsseldatei” fungieren soll. Wählt man die letztere Variante, so muss zum Freischalten der Datenbank kein Passwort angegeben werden, sondern stattdessen die korrekte Datei ausgewählt werden.

_images/keepassx-1.png

Einträge in die Passwort-Datenbank können zur besseren Übersichtlichkeit in verschiedene Gruppen unterteilt werden; diese werden im linken Fenster-Abschnitt von KeepassX angezeigt.

_images/keepassx-2.png

Wer keepassx häufiger nutzt, wird sich vermutlich freuen, dass es für einige Funktionen auch Tastenkombinationen gibt: Den im aktuell ausgewählten Eintrag hinterlegten Benutzernamen kann man beispielsweise mit Ctrl b in die Zwischenablage kopieren, das zugehörige Passwort mit Ctrl c. Nach einer bestimmten Zeit, die über das Menü Tools -> Einstellungen festgelegt werden kann, wird die Zwischenablage automatisch wieder gelöscht, damit das Passwort nicht aus Versehen an anderer Stelle im Klartext eingefügt wird.

pidgin

Bei pidgin handelt es um ein Chat-Programm, das mehrere Protokolle unterstützt – unter anderem auch Jabber (XMPP) und IRC. Dank des Zusatz-Plugins pidgin-otr ist beim Chatten auch eine verschlüsselte Kommunikation möglich. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install pidgin pidgin-otr

Anschließend kann pidgin mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; es erscheint zudem ein Eintrag im Programm-Menü unter der Rubrik “Internet”.

Startet man Pidgin, so bekommt man eine Übersicht mit Chat-Kontakten angezeigt; beim erstmaligen Start ist diese Liste leer. Über das Menü Konten -> Konten verwalten kann man ein neues Chat-Konto hinzufügen:

  • IRC wird für Gruppen-Chats verwendet. Ein neues Konto kann man sich (kostenlos) beispielsweise bei irc.freenode.net einrichten, wobei man einen noch nicht bereits vergebenen Benutzernamen und ein Passwort angeben muss; setzt man das Häkchen bei “Passwort speichern”, so muss man den Benutzernamen beziehungsweise das Passwort bei einem erneuten Start von Pidgin nicht erneut eingeben.[3]

    Anschließend kann man über das Menü Buddys -> Einen Chat betreten einen Chat-Kanal auswählen. Die meisten Gruppen-Chats sind offen zugänglich, so dass man kein Passwort angegeben muss. Über den Button Raumliste bekommt man eine Übersicht über alle “Chat-Rooms” angezeigt, inklusive der Anzahl der jeweils teilnehmenden Benutzer. Hat man einen Chat ausgewählt (beispielsweise #vim), so kann man diesen durch Anklicken des jeweiligen Buttons wahlweise betreten oder diesen mittels Chat hinzufügen in die Buddy-Liste aufnehmen. Um einen in der Buddy-Liste gespeicherten IRC-Chat zu betreten, genügt ein Doppelklick auf den jeweiligen Eintrag.

    _images/pidgin-chat-fenster.png
  • Jabber (XMPP) wird für Chats mit einzelnen Freunden (“Buddies”) verwendet. Für einen solchen Chat brauchen beide Kommunikationspartner ein XMPP-Konto. Ein solches lässt sich beispielsweise (kostenlos) bei jabber.ccc.de einrichten, wobei wiederum ein noch nicht existierender Benutzername und ein Passwort angegeben werden muss. Auch hier kann Pidgin die Konten-Daten wieder speichern, so dass sie bei einem Neustart von Pidgin nicht nochmals eingegeben werden müssen.

    Anschließend kann man über das Menü Buddys -> Buddy hinzufügen das XMPP-Konto eines Bekannten in die eigene Buddy-Liste speichern; haben sich beide Nutzer gegenseitig in ihrer Buddy-Liste gespeichert, so wird gegenseitig der Status des anderen Benutzers eingeblendet (online, abwesend, offline, oder eine benutzerdefinierte Nachricht). Um mit der jeweiligen Person zu chatten, genügt ein Doppelklick auf den jeweiligen Eintrag in der Buddy-Liste.

    Haben beide Benutzer (unabhängig davon, welches Chat-Programm sie benutzen) einen OTR-Support installiert, so kann die Kommunikation verschlüsselt werden. In Pidgin kann das OTR-Plugin über das Menü Werkzeuge -> Plugins aktiviert werden, indem man in der Liste ein Häkchen bei Off-the-Record Nachrichtenversand setzt. In einem Chat-Fenster erscheint dann ein eigener Menü-Eintrag namens OTR, über den eine verschlüsselte Unterhaltung begonnen beziehungsweise beendet werden kann.

redshift

Bei redshift handelt es sich um ein Programm, das den Bildschirm je nach Tageszeit und geographischer Lage rötlich einfärbt – dies ist für die Augen definitiv entspannend.[4] Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install gtk-redshift

Anschließend kann Redshift über Programm-Menü -> Steuerzentrale -> Persönlich -> Startprogramme in die Liste der beim Start automatisch aufgerufenen Programme aufgenommen werden. Hierzu erstellt man einen neuen Eintrag, wobei der Programmaufruf folgende Syntax aufweisen sollte:

# Allgemeine Syntax:
gtk-redshift -l breitengrad:längengrad

# Beispiel für Augsburg (50 Grad Nord, 10 Grad Ost):
gtk-redshift -l 50:-10

Den Breiten- und Längengrad eines Ortes kann man beispielsweise über Wikipedia-Einträge ausfindig machen; alternativ kann der Ort auf OpenRouteService gesucht werden; dort wird der Breiten- und Längengrad automatisch oben rechts eingeblendet.

Mit den Ortsangaben kann das Programm beispielsweise errechnen, zu welchen Tageszeiten die Sonne am höchsten steht oder die Dämmerung einsetzt. Tagsüber wird der Bildschirm kaum eingefärbt, in den dunklen Stunden wird der Blau-Anteil reduziert beziehungsweise der Rot-Anteil erhöht.

Möchte man, beispielsweise bei der Gestaltung eines Flyers, gelegentlich auch die “echten” Farben angezeigt bekommen, so kann redshift jederzeit über das Icon im Symbolfeld der Taskleiste an- beziehungsweise ausgeschaltet werden.

soundconverter

Bei soundconverter handelt es sich um ein Programm, das Audiodateien in beliebige andere Audio-Formate umwandeln kann. Das Programm unterstützt neben MP3 auch OGG, WAC, FLAC, MPC; es können wahlweise einzelne Dateien oder auch ganze Verzeichnisse umgewandelt werden.

Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install soundconverter lame gstreamer1.0-plugins-ugly

Das letzte Paket ist nur erforderlich, sofern auch MP3-Dateien konvertiert werden sollen.

_images/soundconverter-einstellungen.png

Die Bedienung ist denkbar einfach:

  • Man klickt zunächst in der Symbolleiste auf den “Einstellungen”-Button einen Zielpfad für die neuen Audiodateien (Standard: Das gleiche Verzeichnis wie die Original-Dateien) sowie das gewünschte Ausgabe-Format aus.
  • Anschließend klickt man auf “Datei hinzufügen” beziehungsweise “Ordner hinzufügen”, wodurch die zu konvertierenden Dateien im Hauptfenster aufgelistet werden.
  • Durch einen Klick auf “Umwandeln” wird die Konvertierung gestartet. Der Fortschritt wird dabei anhand eines “Ladebalkens” links neben der jeweiligen Datei angezeigt.

Der Soundconverter kann übrigens mit der gleichen Vorgehensweise genutzt werden, um Audio-Spuren aus beispielsweise .flv- oder .mp4-Videos zu extrahieren.

unetbootin

Bei unetbootin handelt es sich um ein Programm zum Erstellen von bootfähigen Live-USB-Sticks. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install unetbootin

Gestartet werden kann unetbootin nur mit SuperUser-Rechten, da das Programm – wie jedes Partitionierungs-Programm – bei nicht gewollter Benutzung auch die Partitionierung der System-Festplatte unbrauchbar machen kann.

_images/unetbootin.png

Die Bedienung von unetbootin ist prinzipiell einfach: Nachdem man eine ISO-Datei der gewünschten Linux-Distribution heruntergeladen hat, wählt man dieses unter der Rubrik Diskimage aus, indem man auf den ...-Button klickt. Am unteren Rand des Fensters muss dann noch der Device-Name des Ziel-USB-Sticks angegeben werden (diesen kann man beispielsweise durch Eingabe von lsblk in einem Shell-Fenster ermitteln). Anschließend muss man nur noch auf Ok klicken, die Einrichtung des Live-USB-Sticks nimmt Unetbootin dann von selbst vor.

vlc

Bei vlc handelt es sich um einen weithin bekannten und vielseitigen Audio- und Videoplayer, der eine Vielzahl an gängigen Dateitypen unterstützt (MPG, AVI, FLV, MP3, OGG, usw). Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install vlc vlc-nox

Das Paket vlc-nox ist nicht zwingend nötig, bringt allerdings den Vorteil mit sich, dass damit der VLC-Player in einer Shell mittels nvlc Datei auch im Text-Modus starten lässt.

VLC lässt sich auch zum Abspielen von DVDs und CDs nutzen. Während unter neueren Versionen von Linux Mint und Ubuntu bereits alle dafür nötigen Codecs vorinstalliert sind, müssen auf Debian-Systemen folgende Pakete manuell nachinstalliert werden:

sudo aptitude install libc6 w32codecs libdvdcss2

Der VLC-Player lässt sich intuitiv über mittels der graphischen Bedienoberfläche bedienen; zudem gibt es folgende bisweilen nützliche Tastenkürzel:

Taste Bedeutung
Leertaste Pause/Fortsetzen
Ctrl \uparrow, Ctrl \downarrow Lautstärke erhöhen beziehungsweise verringern
Alt \rightarrow, Alt \leftarrow Video um \unit[10]{s} vor- beziehungsweise zurückspulen
Ctrl \rightarrow, Ctrl \leftarrow Video um \unit[1]{min} vor- beziehungsweise zurückspulen
-, +, = Video langsamer, schneller beziehungsweise mit normaler Geschwindigkeit abspielen

Obwohl der VLC-Player auch Audio-Dateien abspielen kann, nutze ich ihn persönlich fast ausschließlich zum Abspielen von Video-Dateien; für Audio-Dateien nutze ich hingegen bevorzugt audacious.

zathura

Bei zathura handelt es sich – ebenso wie bei xpdf – um einen schlanken und schnellen PDF-Betrachter; er kann mit einer Vim -artigen Steuerung bedient werden.

sudo aptitude install zathura

Zathura kann wahlweise auch mit einem dunklen Farbschema genutzt werden, das in der Datei ~/.config/zathura/zathurarc festgelegt wird.

Zathura kann weitgehend mit der Tastatur bedient werden. Dabei gibt es folgende hilfreiche Hotkeys:

Taste Bedeutung
Tab Inhaltsverzeichnis anzeigen (sofern vorhanden)
PageDown, PageUp Seitenweise vor-/zurückblättern
J, K Seitenweise vor-/zurückblättern
j, k Zeilenweise vor-/zurückblättern
/, ? Suche nach Text (vor- beziehungsweise rückwärts
n, N Nächstes/Vorheriges Ergebnis der Textsuche
f Links auf der aktuellen Seite anzeigen; mit Zahl Enter gelangt man dorthin
gg, G Erste beziehungsweise Letzte Seite öffnen
Zahl G Seite mit angegebener Seitenzahl öffnen
+, - PDF-Datei vergrößert/verkleinert darstellen
a PDF-Datei auf Bildschirmhöhe einpassen
s PDF-Datei auf Bildschirmbreite einpassen
d Zwei Seiten nebeneinander darstellen (Buchmodus)
r Seite um 90 Grad nach rechts drehen
Ctrl r Zwischen “Light”- und “Dark”-Modus wechseln

Eine PDF-Datei kann zudem mit R neu geladen werden; dies ist allerdings kaum nötig, denn Zathura liest die Datei automatisch neu, wenn sie verändert wurde.


Anmerkungen:

[1]Nach der Datei alert.wav kann in einer Shell auch manuell mittels locate alert.wav gesucht werden.
[2]Persönlich verwende ich einen Raspberry Pi mit einem auf die GPIO-Pins aufgesteckten 3,5"-Display und einer externen USB-Soundkarte als portable Wiedergabe-Station für aktive Lautsprecherboxen.
[3]Auch wenn das Passwort für ein Benutzerkonto in Pidgin gespeichert wird, so ist eine zusätzliche Sicherung des Passworts mittels beispielsweise keepassx sinnvoll, falls man beispielsweise den Account einmal mit einem anderen Chat-Programm oder auf einem anderen PC nutzen möchte.
[4]Der physikalische Grund für diesen Effekt ist im Abschnitt Die Farbwahrnehmung des Menschen beziehungsweise den dortigen Unterabschnitt Tag- und Nachtsehen näher beschrieben.