Linux installieren

Linux ist komfortabel geworden. Das gilt nicht nur für die Vielfalt und Anwenderfreundlichkeit der Programme, sondern auch für die Installationsroutinen. Dank gut ausgearbeiteter Dokumentationen (z.B. das Ubuntu-Wiki) lässt sich heute in kurzer Zeit und ohne Grundkenntnisse ein gut funktionierendes Linux-System einrichten.

Auswahl einer Linux-Distribution

Als Distribution wird im Software-Bereich eine Zusammenstellung von Software zu einem gut nutzbaren Gesamtpaket bezeichnet. Die Vielzahl an Linux-Distributionen[1] unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch, welche Programme grundsätzlich installiert sind, wie häufig Updates erfolgen und wie viel Konfigurationen der Benutzer gewöhnlich manuell vornehmen möchte.

In Deutschland laufen die meisten Server mit der Distribution Debian; bei den Privat-PCs zählen die auf Debian basierenden Distributionen Ubuntu und Linux Mint zu den beliebtesten Systemen. Alle Tips dieser Notizen-Sammlung beziehen sich auf diese einander weitgehend ähnlichen Systeme.

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Wie Linux letztendlich “aussieht”, hängt nur bedingt von der Distribution ab. Die graphische Bedienoberfläche und das eigentliche Betriebsystem sind – anders als bei Windows – zweierlei Dinge. Das Betriebsystem Linux unterstützt eine Vielzahl an Bedienoberflächen (“Desktop-Umgebungen”), die sich auch nach der Installation jederzeit austauschen lassen. Die wohl bekanntesten Bedienoberflächen sind GNOME und KDE. Persönlich nutze ich derzeit bevorzugt die unter Linux Mint übliche (auf GNOME basierende) Oberfläche Mate.

Die Basis-Installation

Ein Linux-System zu installieren ist heute dank moderner Hardware-Erkennung und graphischer Installations-Assistenten denkbar einfach. Das Installations-Schema ist bei fast allen Distributionen gleich:

  1. Man lädt sich von der jeweiligen Homepage eine ISO-Image-Datei herunter. Persönlich bevorzuge ich derzeit Linux Mint Ubuntu Edition mit Mate-Desktop. Je nach Hardware muss die 32- oder 64-Bit-Variante gewählt werden.[2]
  2. Man erstellt aus diesem Image mit einem beliebigen Brennprogramm eine bootbare CD bzw. mit UNetBootin einen bootbaren USB-Stick. Eine gute Anleitung zur Erstellung eines Ubuntu-USB-Sticks, die mit Linux Mint genauso funktioniert, findet sich hier.
  3. Man bootet den Rechner mit eingelegter Boot-CD bzw. angestecktem Boot-USB-Stick neu.

Die Boot-Reihenfolge wird vom BIOS des Rechners festgelegt. Entsprechende Einstellungen werden im BIOS-Menü vorgenommen, das sich bei einem Neustart des Rechners meist mit F2 (manchmal auch mit F8) öffnen lässt. Je nach ausgewählter Distribution erscheint automatisch ein Installations-Assistent (Debian), oder es wird ein Live-System gebootet (Ubuntu bzw. Linux Mint), in dem der Installations-Assistent als Icon auf dem Desktop zu finden ist.

Zu Beginn der Installationsroutine legt man den Benutzernamen mit dazugehörigem Passwort und bevorzugte Einstellungen (Tastaturlayout, Zeitzone, etc.) fest. Nachträgliche Änderungen dieser Einstellungen sind auch später ohne Aufwand möglich.

Der wichtigste Schritt der Installation besteht anschließend in der Festlegung der zu nutzenden Festplattenpartitionen. Diese lassen sich wahlweise automatisch oder von Hand mittels eines integrierten Partitionsprogramms einrichten. Der Installations-Assistent führt die Grundinstallation daraufhin vollautomatisch durch.

Empfehlenswert: Partitionen manuell einrichten

Bei einer nicht-automatischen Festlegung der Partitionen ist, sofern genügend Festplattenspeicher vorhanden ist, folgende Partitionierung sinnvoll:

  • Eine mittelgroße Partition (min. 10 GB, max. 30 GB) mit Einhängepunkt / für das Basis-System
  • Eine beliebig große Partition (min. 10 GB) mit Einhängepunkt /home für eigene Dokumente, Konfigurationsdateien, etc.
  • Empfehlenswert: Eine kleine Partition (2 bis 5 GB) als swap (Erweiterung des Arbeitsspeichers)
  • Optional: Eine beliebig große Daten-Partition (ohne bei der Installation festgelegten Einhängepunkt) für gemeinsam genutzte und/oder verschlüsselte Dateien
  • Optional: Nicht verwendeter Speicherplatz für ein weiteres, parallel installierbares oder bereits installiertes Betriebsystem[3]

Eine separate /home-Partition bietet den Vorteil, dass das System jederzeit neu installiert werden kann, ohne dass eigene Daten und Einstellungen davon berührt werden. Das gilt ebenso für Systeme mit mehreren Benutzern.

Für die / bzw. /home-Partition empfiehlt sich als Dateisystem EXT-4, da es sehr schnell, sehr stabil und quasi wartungsfrei ist. Für Daten-Partitionen empfiehlt sich ebenfalls EXT-4 als Dateisystem, solange man nur mit Linux darauf zugreifen möchte. Falls man die Daten auch unter Windows oder MacOS nutzen mag, muss FAT32 als Dateisystem verwendet werden. FAT32 verfügt allerdings über keine Unterstützung von nützlichen Symlinks und bietet keine Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung.

Passwortgeschützte Partitionen

Linux ist als Betriebsystem verhältnismäßig sicher. Lässt man jedoch beispielsweise ein Notebook unbeaufsichtigt liegen, so helfen die besten Konfigurationen nichts, um vertrauliche Daten vor unbefugtem Fremdzugriff zu schützen. Eine Festplatte kann einfach ausgebaut und extern an einen anderen PC angeschlossen werden, und schon sind alle Daten (Passwörter, evtl. Onlinebanking-Daten, Emails, etc.) frei abrufbar...

Wer private Daten in einem passwortgeschützten (“verschlüsselten”) Bereich ablegen möchte, kann sich unter Linux für eine der folgende Möglichkeiten entscheiden:

Partition-Verschlüsselung:

Die Partition kann bereits während der Installation – ohne Festlegung eines Einhängepunktes – auf einem freien (unformatierten) Bereich eines Datenträgers angelegt werden.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie verhältnismäßig einfach einzurichten und die verschlüsselte Partition unabhängig vom System ist. Somit kann der geschützte Bereich auch auf einem laufenden Rechner verschlossen bleiben.

Nachteilig bei dieser Methode ist, dass jeder Unbefugte mit Hardware-Zugriff das Betriebsystem ohne Hindernis verändern kann, beispielsweise um Trojaner oder Keyboard- beziehungsweise Datenlogger zu installieren.

System-Verschlüsselung:

Beim Start erscheint eine Passwort-Abfrage. Erst wenn das Passwort richtig eingegeben wurde, wird die Systempartition entschlüsselt, und der Rechner bootet.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass kein Unbefugter Zugriff auf Teile des Systems oder der persönlichen Dateien hat – sofern er den Rechner ausgeschaltet vorfindet.

Nachteilig bei dieser Methode ist, dass sie einem Rechner im laufenden Betrieb – die Systempartition ist wohl immer geöffnet – keinerlei Schutz bietet. Darüber hinaus setzt diese Methode setzt einige Linux-Kenntnisse voraus und ist für Anfänger ungeeignet.

Darüber hinaus ist es möglich, mittels Truecrypt passwortgeschützte Daten-“Container” zu erstellen. Diese können nach der Installation auf einer beliebigen Partition eingerichtet werden und sind auch auf anderen Betriebsystemen nutzbar.

Der Vorteil bei der Verwendung von truecrypt liegt darin, dass – im Gegensatz zu den obigen Methoden – auch Windows- und MacOS-Systeme auf den passwortgeschützten Bereich zugreifen können.

Als Nachteil ist zu nennen, dass das Erstellen eines Containers – je nach Größe und Rechnerleistung – mehrere Stunden dauern kann; truecrypt wird zudem nicht mehr aktiv weiterentwickelt.

Zusatzpakete installieren

Nach einer erfolgreichen Basis-Installation werden üblicherweise noch weitere Anpassungen vorgenommen. Im Wesentlichen gibt es dafür zwei Gründe:

  • Einerseits mag man als Nutzer zusätzliche Software gemäß den eigenen Vorlieben installieren. Die Menge an verfügbarer Software passt allerdings nicht unbedingt auf eine CD, eine DVD, oder einen USB-Stick. Die Programme werden darüber hinaus beständig weiter entwickelt und sind möglicherweise in der Zwischenzeit aktualisiert worden.
  • Andererseits werden je nach Linux-Distribution nur Software-Pakete mitgeliefert, die bestimmten Kriterien genügen (beispielsweise gewisse Lizenzbedingungen aufweisen). Manche wichtigen Pakete müssen daher, selbst wenn sie frei verfügbar sind, manuell installiert werden.

Paketverwaltung mittels graphischer Bedienoberfläche

Je nach Linux-Distribution gibt es unterschiedliche graphische Verwaltungsprogramme, mit denen Programme installiert, aktualisiert oder auch wieder entfernt werden können:

  • Unter Ubuntu gibt es Synaptic,
  • Unter Linux Mint gibt es zusätzlich das Programm mintinstall, das auf Synaptic aufbaut und eine sehr komfortable (aber etwas langsame) graphische Oberfläche bietet.

Die obigen Programme sind nur nutzbar, wenn der angemeldete Benutzer sich zeitweise auch SuperUser-Rechte geben darf; gibt es nur einen Benutzer-Account, den man bei der Installation selbst eingerichtet hat, so ist dies bei diesem Account stets der Fall.[4] Man muss lediglich beim Start der Anwendungsverwaltung das eigene Benutzerpasswort eingeben, um die Anwendung im SuperUser-Modus laufen zu lassen.

Die graphischen Anwendungsverwaltungs-Programme sind ohne weitere Einarbeitung intuitiv mit der Maus bedienbar:

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  • Man klickt zunächst auf die jeweilige Programm-Kategorie (beispielsweise Graphik und Bildbearbeitung), um alle entsprechenden verfügbaren Programme aufzulisten.
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  • Klickt man dann auf gewünschte Programm, so bekommt man eine detailierte Ansicht, ob das Programm installiert ist, welche Funktionen das Programm bietet, und welche Bewertung es durchschnittlich von Benutzern bekommen hat.
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Gleich unter der Hauptüberschrift befindet sich eine Status-Zeile, über die das jeweilige Programm mit einem Klick installiert oder wieder entfernt werden kann.

Paketverwaltung mittels apt

Die graphischen Verwaltungs-Programme von Linux Mint, Ubuntu und Debian nutzen indirekt die Shell-Anwendung apt (“Advanced Packaging Tool”) zur Verwaltung und Aktualisierung der installierten Programme und Code-Bibliotheken (siehe auch Ubuntuusers-Wiki).

In einer Shell kann apt auch direkt auf einfache Weise genutzt werden. Es gibt dabei folgende Möglichkeiten, das Programm aufzurufen:

  • Mit apt-get update kann die Liste der verfügbaren Pakete aktualisiert werden. Hierzu prüft apt, ob die
  • Mit apt-cache search suchbegriff ein in Frage kommenden Paket suchen,
  • Mit apt-get install paketname ein verfügbares Paket installieren.

Zur Vereinfachung ist das Programm aptitude empfehlenswert.[5] So lassen sich die beiden Aufruf-Varianten apt-get und "apt-cache" durch den entsprechenden aptitude-Befehl ersetzen:

# Programm suchen:
aptitude search suchbegriff

# Programm installieren:
aptitude install paketname

Wird versucht mittels sudo aptitude install paketname ein Programm zu installieren, das bereits installiert ist, so bleibt der Aufruf ohne Wirkung; mittels sudo aptitude purge paketname kann ein Programm wieder deinstalliert werden.

Weitere Infos zur Verwendung von apt gibt es im Abschnitt Administrator-Programme

Hilfreiche GUI-Programme

Im folgenden Abschnitt sind einige Programme mit graphischer Bedienoberfläche (“Graphical User Interface”, kurz: GUI) vorgestellt, die einfach mittels apt nachinstalliert werden können:

abiword

Bei abiword handelt es sich um eine schlanke Alternative zum standardmäßig installierten Textverarbeitungs-Programm LibreOffice-Writer. Im Vergleich zu letzterem benötigt abiword wesentlich weniger Festplattenspeicher, es lädt wesentlich schneller und verursacht im laufenden Betrieb eine geringere CPU- und Arbeitsspeicher-Auslastung.

abiword kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install abiword

Die Bedienung von abiword ist einfach und intuitiv; viele Icons und Arbeits-Routinen orientieren sich an LibreOffice beziehungsweise Microsoft Office. Abiword ist zudem mittels in Python oder C++ geschriebenen Plugins erweiterbar.

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Nachteilig bei der Verwendung von abiword ist lediglich, dass die Formatierung von ursprünglich mit Microsoft Word erstellten Dokumenten teilweise nicht richtig wiedergegeben wird. Das Programm bietet also nicht den gesamten Funktionsumfang von LibreOffice, aber ist für ein schnelles Verfassen eigener Dokumente in den meisten Fällen ausreichend.

alarm-clock-applet

Dbei alarm-clock-applet handelt es sich um einen schlichten Erinnerungsdienst mit Stoppuhr- und Uhrzeit-Funktion. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install alarm-clock-applet

Anschließend kann alarm-clock-applet mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; zusätzlich wird das Programm automatisch in die Liste der beim Start automatisch geladenen Programme aufgenommen, was über Startmenü -> Steuerzentrale -> Persönlich -> Startprogramme geändert werden kann. Ist das Programm aktiv, so erscheint in im Symbol-Abschnitt der Taskleiste ein kleines Wecker-Symbol.

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Das Programm ist sehr einfach bedienbar: Klickt man mit einem Doppelklick auf das Wecker-Icon, so werden die Alarme angezeigt. Durch einen Klick auf das entsprechende Icon (oben links) wird ein neuer Alarm definiert, wobei man zwischen der Wecker- und der Stoppuhr-Funktion wählen kann:

  • Bei der Wecker-Funktion wird die angegebene Zeit (Stunden: Minuten: Sekunden) als Uhrzeit interpretiert.
  • Bei der Stoppuhr-Funktion wird die angegebene Zeit (Stunden: Minuten: Sekunden) als Countdown-Timer interpretiert.

Zusätzlich ist es empfehlenswert, eine Audio-Datei anzugeben, die abgespielt werden soll, wenn del Alarm ausgelöst wird; persönlich finde ich die standardmäßig bereits vorhandene Datei /usr/share/sounds/purple/alert.wav zwar nicht besonders klangvoll, aber durchaus als Wecker-Signal geeignet.[6] Lässt man das Feld frei, so wird beim Auslösen des Alarms nur ein Hinweis-Fenster am oberen rechten Rand des Bildschirms geöffnet.

Nach dem neuen Erstellen eines Alarms wird dieser automatisch aktiviert und in die Alarm-Liste aufgenommen; dort kann er ausgewählt und über die Icons in der Symbolleiste wahlweise bearbeitet, gestoppt oder auch wieder gelöscht werden. Nach dem Auslösen beziehungsweise Stoppen eines Alarms bleibt dieser dennoch in der Liste erhalten und kann somit als Vorlage für ein neues Alarm-Event verwendet werden.

ding

Bei ding handelt es sich um ein ein deutsch-englisch-sprachiges Wörterbuch. Das Programm und das zugehörige Wörterbuch kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install ding trans-de-en

Anschließend kann ding mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; es erscheint zudem (ab Linux Mint 18) ein Eintrag im Programm-Menü unter der Rubrik “Büro”.

_images/ding.png

Das Wörterbuch ist intuitiv bedienbar: Gibt man in der Eingabezeile einen Begriff ein und drückt Enter, so werden die entsprechenden Ergebnisse angezeigt. Gibt man dann erneut Text ein, so wird der Inhalt der Eingabezeile in der Regel automatisch überschrieben; notfalls kann diese mittels Ctrl U auch ohne ein Markieren des Textes mittels der Maus gelöscht werden.

Klickt man auf die Pfeiltasten neben dem Eingabefeld, so können die vorherigen Übersetzungen wieder angezeigt werden.

easytag

Bei easytag handelt es sich um ein Programm zur schnellen und einfachen Bearbeitung von Audio-Metadaten (“ID3-Tags”).

sudo aptitude install easytag
_images/easytag.png

Das Programm bietet, wie in der obigen Abbildung zu sehen, Eingabe-Formulare für die einzelnen ID3-Tag-Felder einer Audio-Datei; man kann im mittleren Auswahl-Fenster auch mehrere Dateien auswählen, um beispielsweise in allen Dateien auf einmal das Künstler- oder Album-Feld auszufüllen.

Easytag bietet bei Bedarf über Ansicht -> Scanner anzeigen eine einfache Möglichkeit, ID3-Tags automatisch anhand des jeweiligen Datei- beziehungsweise Verzeichnisnamens auszufüllen.

gnumeric

Bei gnumeric handelt es sich um eine schlanke Alternative zum standardmäßig installierten Tabellen-Programm LibreOffice-Calc. Im Vergleich zu letzterem benötigt gnumeric wesentlich weniger Festplattenspeicher, es lädt wesentlich schneller und verursacht im laufenden Betrieb eine geringere CPU- und Arbeitsspeicher-Auslastung.

_images/gnumeric.png

gnumeric kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install gnumeric

Die Bedienung von abiword ist einfach und intuitiv; viele Icons und Arbeits-Routinen orientieren sich an LibreOffice beziehungsweise Microsoft Office. Gnumeric kann zudem mittels in Python oder C++ geschriebenen Plugins erweitert werden.

gparted

Bei gparted handelt es sich um einen Partitions-Manager, mit dem verschiedene Partitionen auf lokalen Festplatten oder USB-Sticks erstellt und verwaltet werden können.Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install gparted

Gestartet werden kann gparted nur mit SuperUser-Rechten, da das Programm bei entsprechender Benutzung auch Auswirkungen auf die System-Festplatte haben kann.

... to be continued ...

guake

Bei guake handelt es sich um eine Shell, die auf Tastendruck am oberen Bildschirmrand ein- und ausgeblendet werden kann.

guake kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install guake

Anschließend kann guake mittels der gleichnamigen Anweisung aus einer Shell heraus oder mittels Alt F2 gestartet werden. Ist guake aktiv, so kann mit den Standard-Einstellungen durch Drücken der Taste F12 ein Shell-Fenster am oberen Rand des Bildschirms eingeblendet werden; dieses kann wie jedes gewöhnliche Shell-Fenster genutzt werden. Klickt man allerdings mit der rechten Maustaste in dieses Fenster, so können die über den Menü-Eintrag Einstellungen unter anderem die Tastenkombinationen für guake geändert werden.

Das wichtigste Tastenkürzel betrifft das An- und Ausblenden des guake-Fensters; ich habe hierfür die Taste F1 ausgewählt, da diese bei LinuxMint gewöhnlich Hilfe-Seiten zum aktuellen Programm öffnet. Dies kann auch störend sein, wenn man gelegentlich aus Versehen auf diese Taste drückt. Wird die Taste hingegen von guake belegt, so wird die ursprüngliche Funktion dieser Taste dadurch überlagert.

Mit guake können, ähnlich wie bei einem Webbrowser, auch mehrere Shell-Sitzungen als Tabs nebeneinander geöffnet sein. Ich nutze dafür allerdings lieber tmux, so dass bei mir die entsprechende von guake bereit gestellte Funktion ungenutzt bleibt.

inkscape

Bei inkscape handelt es sich um ein Programm zur Erstellung von Vektor-Graphiken (“Scaleable Vector Graphics”, SVG). Dieses Programm wird im eigenen Abschnitt Inkscape näher beschrieben.

keepassx

Bei keepassx handelt es sich um ein Programm zur sicheren Verwaltung von Passwörtern. Der Grundgedanke hierbei ist, dass man sich künftig nur ein gutes Passwort (oder den Namen einer selbst gewählten Schlüsseldatei) merken muss und dafür alle weitere Passwörter in verschlüsselter Form zentral verwaltet werden.

KeepassX kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install keepassx

Anschließend kann keepassx mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; es erscheint zudem ein Eintrag im Programm-Menü unter der Rubrik “Sonstiges”.

Beim ersten Start von KeepassX wird man unmittelbar durch ein Eingabe-Formular aufgefordert eine neue Datenbank für Passwörter anzulegen; dazu muss man angeben, in welcher Datei beziehungsweise in welchem Pfad die Datenbank gespeichert werden soll. Zudem muss wahlweise ein Passwort für diese Datenbank angegeben werden oder eine beliebige Datei aus dem Dateisystem ausgewählt werden, die als “Schlüsseldatei” fungieren soll. Wählt man die letztere Variante, so muss zum Freischalten der Datenbank kein Passwort angegeben werden, sondern stattdessen die korrekte Datei ausgewählt werden.

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Einträge in die Passwort-Datenbank können zur besseren Übersichtlichkeit in verschiedene Gruppen unterteilt werden; diese werden im linken Fensterteil von KeepassX angezeigt.

_images/keepassx-2.png

pidgin

Bei pidgin handelt es um ein Chat-Programm, das mehrere Protokolle unterstützt – unter anderem auch Jabber|XMPP und IRC. Dank des Zusatz-Plugins pidgin-otr ist beim Chatten auch eine verschlüsselte Kommunikation möglich. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install pidgin pidgin-otr

Anschließend kann pidgin mittels der gleichnamigen Anweisung über eine Shell oder mittels Alt F2 gestartet werden; es erscheint zudem ein Eintrag im Programm-Menü unter der Rubrik “Internet”.

... to be continued ...

redshift

Bei redshift handelt es sich um ein Programm, das den Bildschirm je nach Tageszeit und geographischer Lage rötlich einfärbt – dies ist für die Augen definitiv entspannend.[7] Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install gtk-redshift

Anschließend kann Redshift über Programm-Menü -> Steuerzentrale -> Persönlich -> Startprogramme in die Liste der beim Start automatisch aufgerufenen Programme aufgenommen werden. Hierzu erstellt man einen neuen Eintrag, wobei der Programmaufruf folgende Syntax aufweisen sollte:

# Allgemeine Syntax:
gtk-redshift -l breitengrad:längengrad

# Beispiel für Augsburg (50 Grad Nord, 10 Grad Ost):
gtk-redshift -l 50:-10

Den Breiten- und Längengrad eines Ortes kann man beispielsweise über Wikipedia-Einträge ausfindig machen; alternativ kann der Ort auf OpenRouteService gesucht werden; dort wird der Breiten- und Längengrad automatisch oben rechts eingeblendet.

Mit den Ortsangaben kann das Programm beispielsweise errechnen, zu welchen Tageszeiten die Sonne am höchsten steht oder die Dämmerung einsetzt. Tagsüber wird der Bildschirm kaum eingefärbt, in den dunklen Stunden wird der Blau-Anteil reduziert beziehungsweise der Rot-Anteil erhöht.

Möchte man, beispielsweise bei der Gestaltung eines Flyers, gelegentlich auch die “echten” Farben angezeigt bekommen, so kann redshift jederzeit über das Icon im Symbolfeld der Taskleiste an- beziehungsweise ausgeschaltet werden.

soundconverter

Bei soundconverter handelt es sich um ein Programm, das Audiodateien in beliebige andere Audio-Formate umwandeln kann. Das Programm untertützt neben MP3 auch OGG, WAC, FLAC, MPC; es können wahlweise einzelne Dateien oder auch ganze Verzeichnisse umgewandelt werden.

Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install soundconverter lame gstreamer1.0-plugins-ugly

Das letzte Paket ist nur erforderlich, sofern auch MP3-Dateien konvertiert werden sollen.

_images/soundconverter-einstellungen.png

Die Bedienung ist denkbar einfach:

  • Man klickt zunächst in der Symbolleiste auf den “Einstellungen”-Button einen Zielpfad für die neuen Audiodateien (Standard: Das gleiche Verzeichnis wie die Original-Dateien) sowie das gewünschte Ausgabe-Format aus.
  • Anschließend klickt man auf “Datei hinzufügen” beziehungsweise “Ordner hinzufügen”, wodurch die zu konvertierenden Dateien im Hauptfenster aufgelistet werden.
  • Durch einen Klick auf “Umwandeln” wird die Konvertierung gestartet. Der Fortschritt wird dabei anhand eines “Ladebalkens” links neben der jeweiligen Datei angezeigt.

Der Soundconverter kann übrigens mit der gleichen Vorgehensweise genutzt werden, um Audio-Spuren aus beispielsweise .flv- oder .mp4-Videos zu extrahieren.

unetbootin

Bei unetbootin handelt es sich um ein Programm zum Erstellen von bootfähigen Live-USB-Sticks. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install unetbootin

Gestartet werden kann unetbootin nur mit SuperUser-Rechten, da das Programm – wie jedes Partitionierungs-Programm – bei entsprechender Benutzung auch Auswirkungen auf die System-Festplatte haben kann.

... to be continued ...

xpdf

Bei xpdf handelt es sich um einen schlanken, schnellen PDF-Betrachter, der weitgehend auch mittels der Tastatur gesteuert werden kann. Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install xpdf gsfonts-x11

Das letztere Paket sollte mitinstalliert werden, damit xpdf beim Öffnen einer PDF-Datei keine Fehlermeldung der Art Warning: Cannot convert string "-*-courier-medium-r-normal--12-*-*-*-*-*-iso8859-1" to type FontStruct anzeigt; dies erfordert allerdings einen Neustart wahlweise des X-Servers oder des ganzen Rechners.

... to be continued ...

vlc

Bei vlc handelt es sich um einen weithin bekannten und vielseitigen Audio- und Videoplayer, der eine Vielzahl an gängigen Dateitypen unterstützt (MPG, AVI, FLV, MP3, OGG, usw). Das Programm kann folgendermaßen installiert werden:

sudo aptitude install vlc

VLC lässt sich auch zum Abspielen von DVDs und CDs nutzen. Während unter neueren Versionen von Linux Mint und Ubuntu bereits alle dafür nötigen Codecs vorinstalliert sind, müssen auf Debian-Systemen folgende Pakete manuell nachinstalliert werden:

sudo aptitude install libc6 w32codecs libdvdcss2

... to be continued ...

zathura

Bei zathura handelt es sich – ebenso wie bei xpdf – um einen schlanken und schnellen PDF-Betrachter.

sudo aptitude install zathura

Zathura kann wahlweise auch mit einem dunklen Farbschema genutzt werden, das in der Datei ~/.config/zathura/zathurarc festgelegt wird.

Zathura kann weitgehend mit der Tastatur bedient werden. Dabei gibt es folgende hilfreiche Hotkeys:

Tab Inhaltsverzeichnis anzeigen (sofern vorhanden)
PageDown, PageUp Seitenweise vor-/zurückblättern
J, K Seitenweise vor-/zurückblättern
j, k Zeilenweise vor-/zurückblättern
/, ? Suche nach Text (vor- beziehungsweise rückwärts
n, N Nächstes/Vorheriges Ergebnis der Textsuche
f Links auf der aktuellen Seite anzeigen; mit Zahl Enter gelangt man dorthin
gg, G Erste beziehungsweise Letzte Seite öffnen
Zahl G Seite mit angegebener Seitenzahl öffnen
+, - PDF-Datei vergrößert/verkleinert darstellen
a PDF-Datei auf Bildschirmhöhe einpassen
s PDF-Datei auf Bildschirmbreite einpassen
d Zwei Seiten nebeneinander darstellen (Buchmodus)
r Seite um 90 Grad nach rechts drehen
Ctrl r Zwischen “Light”- und “Dark”-Modus wechseln

Eine PDF-Datei kann zudem mit R neu geladen werden; dies ist allerdings kaum nötig, denn Zathura liest die Datei automatisch neu, wenn sie verändert wurde.

Emulieren von Windows-Programmen

Auch wenn es unter Linux für die meisten Zwecke eigene, auf dem Open-Source-Prinzip basierende Programme gibt, lassen sich bei Bedarf – allerdings ohne Garantie – kommerzielle Windows-Programme auch mittels des Windows-Emulators Wine installieren beziehungsweise bedienen. Um Wine unter Ubuntu 14 beziehungsweise Linux Mint 18 zu installieren, sollte man folgendermaßen vorgehen:

sudo add-apt-repository ppa:ubuntu-wine/ppa
sudo apt-get update
sudo apt-get install wine1.8

Nach der Installation von Wine können Windows-Programme (auch Installations-Programme) mittels wine programm.exe aufgerufen werden. Mittels winecfg beziehungsweise des entsprechenden Eintrags im Programm-Menü kann eine graphische Konfigurations-Oberfläche gestartet werden.

Das Emulieren von Programmen mit Wine hat allerdings Nachteile: Einerseits kann es (insbesondere bei alten Geräten) zu einer erheblichen Prozessor- und Speicherlast führen, andererseits sind Windows-Programme in der Regel nicht auf Linux-Systeme abgestimmt und stellen letztlich Sicherheitslücken dar. Wine sollte daher nur dann genutzt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist, man dem Software-Hersteller vertrauen kann und (noch) kein entsprechendes Linux-Programm existiert.

Virtuelle Betriebsysteme

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Windows unter Linux beispielsweise mittels KVM, QEMU oder VirtualBox als “Virtuelles Betriebsystem” zu installieren. Windows-Programme können innerhalb dieser Umgebung wie unter Windows üblich installiert und benutzt werden.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass auf diese Weise können alle Windows-Programme benutzt werden, da es sich quasi um ein gesamtes Windows-System handelt. Zusätzlich ist es teilweise möglich, den aktuellen Stand des virtuellen Systems zu speichern und bei Bedarf wiederherzustellen – dies kann unter Windows nötige Firewalls und Virenscanner überflüssig machen.

Nachteilig ist bei dieser Methode, dass virtuelle Betriebsysteme oft mit erheblichen Geschwindigkeits-Einbußen verbunden sind und viel Arbeitsspeicher erfordern.


Anmerkungen:

[1]

Je nach Vorliebe und Anwendungszweck bietet sich ein weites Spektrum an Distributionen:

  • “Live”-Systeme (beispielsweise Knoppix):

    Einige Linux-Varianten sind darauf ausgelegt von einem externen Datenträger (CD, USB-Stick) geladen und ohne Installation von diesem aus genutzt zu werden.

  • Extrem konfigurierbare Distributionen (beispielsweise Gentoo, Arch):

    In manchen Distributionen ist es normal, den Linux-Kernel und die Programme stets selbst aus dem Quellcode zu compilieren, d.h. in ausführbaren Maschinencode zu übersetzen. Dies bietet eine maximale Kontrolle über die laufenden Programme und kann erhebliche Geschwindigkeitsvorteile im laufenden System mit sich bringen. Um das Potential derartiger Distributionen auch ausschöpfen zu können, sollte man allerdings ausreichend mit Linux- und Hardware-Grundlagen vertraut sein.

  • Distributionen von kommerziellen Anbietern (beispielsweise Red Hat Enterprise, Fedora, Mandrivia):

    Diese Distributionen werden von Firmen entwickelt und gepflegt und sind insbesondere für Geschäftskunden interessant, die darauf angewiesen sind, jederzeit einen kommerziellen technischen Support in Anspruch nehmen zu können.

[2]

Ältere Rechner mit einem einzelnen Prozessor (beispielsweise Intel Celeron, Intel Core2Duo, Intel Atom) benötigen ein 32-Bit-System, neuere Multi-Core-Prozessoren hingegen ein 64-Bit-System.

Ist man sich nicht sicher, welcher Systemtyp der passende ist (beispielsweise weil man nicht weiß, was für ein Prozessor eingebaut ist), so kann eine entsprechende Suchmaschinen-Anfrage weiterhelfen. Darüber hinaus kann auch ein (versehentlicher) Versuch, einen Rechner mit einem nicht passenden System zu booten, keinerlei Schaden anrichten, denn er wird unmittelbar unterbrochen und eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben.

[3]

Linux lässt sich auch parallel zu einem bestehenden Windows-System installieren. Hierzu nutzt man am besten eine eigene Festplatte oder legt mit dem Installations-Assistenten eine neue EXT-4-Partition an (min. 15 GB) und installiert Linux in diesen Bereich; auch zwei neue Partitionen mit den Einhängepunkten / für das Grundsystem und /home für persönliche Dateien sind als Variante möglich. Nach einer ueblichen Installation lässt sich anschließend bei jedem Rechnerstart in einem Menü auswählen, welches Betriebsystem gestartet werden soll.

Achtung: Bei einer Veränderung einer bestehenden Partition – beispielsweise einer Verkleinerung, um Platz für eine neute Partition zu schaffen – lässt sich ein Datenverlust niemals völlig ausschließen. Eine Sicherheitskopie bestehender Daten ist daher auf alle Fälle empfehlenswert!

Linux kann lesend und schreibend auf alle Windows-Dateien und zugreifen. Windows kann jedoch nicht mit Linux-Dateisystemen umgehen, da es beispielsweise nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung in Dateinamen unterscheidet. Möchte man auf bestimmte Daten mit beiden Systemen zugreifen, so müssen diese folglich auf einer Windows-Partition liegen.

[4]Fügt man als SuperUser weitere Accounts hinzu, so kann man entscheiden, ob diese sich ebenfalls temporär SuperUser-Rechte verschaffen dürfen.
[5]Unter LinuxMint und Ubuntu ist aptitude bereits vorinstalliert. Unter Debian kann es mittels sudo apt-get install aptitude nachinstalliert werden.
[6]Nach der Datei alert.wav kann in einer Shell auch manuell mittels locate alert.wav gesucht werden.
[7]Der physikalische Grund für diesen Effekt ist im Abschnitt Die Farbwahrnehmung des Menschen beziehungsweise den dortigen Unterabschnitt Tag- und Nachtsehen näher beschrieben.