Seitenlayout

Das Standard-Layout eines Dokuments wird in der Präambel der LaTeX-Datei durch die Wahl der Dokumentklasse sowie eines Seiten-Stils festgelegt. Bei der Wahl der Dokumentklasse sind für das Seitenlayout insbesondere die Zusatz-Optionen von Bedeutung:

Beispiel:

\documentclass[a4paper, 12pt, halfparskip]{article}

Durch die im obigen Beispiel angegebenen Optionen wird als Seitengröße des Dokuments DinA4 gewählt und die Standard-Schriftgröße auf \unit[12]{pt} gesetzt. Durch Verwendung der Option halfparskip werden einzelne Absätze, die im im LaTeX-Code durch leere Zeilen begrenzt werden, auch in der Druckversion durch eine Leerzeile getrennt.

Einseitige und zweiseitige Dokumente

Als weitere Option kann bei der Wahl der Dokumentklasse beispielsweise mittels \documentclass[twoside]{report} festgelegt werden, dass das vorliegende Dokument in Buchform gedruckt werden soll. Dies hat als Konsequenz, dass zwischen ungeradzahligen und geradzahligen Seiten unterschieden werden muss: Ungeradzahlige Seiten befinden sich bei einem aufgeschlagenen Buch stets auf der rechten, geradzahlige entsprechend auf der linken Seite.

Da Bücher meist von vorne nach hinten durchblättert werden, beginnen neue Kapitel meist auf den rechten, also ungeradzahligen Seiten; notfalls wird dabei in Kauf genommen, dass die linke (geradzahlige) Buchseite leer bleibt. Bei der Dokumentklasse book beziehungsweise der auf europäische Seitenformate angepassten Version scrbook wird ein zweiseitiges Dokumentenlayout als Standard angesehen; man kann dies bei Bedarf mittels \documentclass[oneside]{scrbook} ändern.

Standardmäßig gelten für die Standard-Dokumentklassen folgende Einstellung:

  • Bei book beziehungsweise scrbook wird ohne weitere Einstellungen zweiseitig gedruckt.
  • Bei report beziehungsweise scrreprt wird ohne weitere Einstellungen einseitig gedruckt.
  • Bei article beziehungsweise scrartcl wird ohne weitere Einstellungen einseitig gedruckt.

Auch “einseitige” Dokumente können selbstverständlich beim Drucken beidseitig gedruckt werden; die Bezeichnung bezieht sich lediglich auf das Layout des PDF-Dokuments: Die Festlegung auf oneside beziehungsweise twoside hat unter anderem auch Auswirkungen auf Kopf- und Fußzeilen sowie auf die jeweiligen Seitenränder.

Kopf- und Fußzeilen

LaTeX druckt mit den Standard-Einstellungen automatisch auf jede Seite unten mittig die jeweilige Seitennummer. Soll dies verhindert oder zusätzlich der jeweilige Abschnittsname als Kopfzeile jeder Seite gedruckt werden, so kann dieses mittels der Funktion \pagestyle{} angepasst werden:

  • Mit \pagestyle{empty} wird festgelegt, dass weder Kopf- noch Fußzeilen gedruckt werden.
  • Mit \pagestyle{plain} wird festgelegt, dass ausschließlich Fußzeilen, jedoch keine Kopfzeilen gedruckt werden.
  • Mit \pagestyle{headings} wird festgelegt, dass sowohl Fußzeilen als auch Kopfzeilen mit den jeweiligen Abschnitts-Überschriften gedruckt werden.

Die Anweisung \pagestyle{} kann sowohl in der Präambel als auch an jeder anderen Stelle im Dokument genutzt werden; sie hat Auswirkung auf alle folgenden Seiten. Soll nur das Layout der jeweils aktuellen Seite verändert werden, so kann anstelle von \pagestyle{} die Funktion \thispagestyle{} mit gleicher Syntax verwendet werden.

Mit \pagestyle{myheadings} kann das Design der Kopf- und Fußzeilen individuell festgelegt werden; üblicherweise werden dafür allerdings die im Folgenden näher beschriebenen Pakete fancyhdr oder scrlayer-scrpage verwendet.

Individuelle Kopf- und Fußzeilen mit fancyhdr:

Das Paket fancyhdr, das für die Dokumentklassen article, report und book vorgesehen ist, stellt den neuen Pagestyle fancy bereit. Das Paket mit den Basis-Einstellungen wird folgendermaßen eingebunden: [1]

% In der Präambel:
\usepackage{fancyhdr}

% ...

\pagestyle{fancy}

Für das Layout der Kopfzeilen steht anschließend die Anweisung \fancyhead{}, für die Definition der Fußzeilen die Anweisung \fancyfoot{} zur Verfügung. Als Argumente werden in geschweiften Klammern die zu druckenden Informationen angegeben; zudem wird in eckigen Klammern die horizontale Position festgelegt, an der die Informationen gedruckt werden sollen: L steht für “left”, R für “right” und C für “center”; diese Angaben können wahlweise mit O für “odd” (ungeradzahlig, rechts) oder E für “even” (geradzahlig, links) kombiniert werden:

% Bisherige Einstellungen deaktivieren (optional):
\fancyhead{}
\fancyfoot{}

\fancyhead[RO,LE]{\today}     % Aktuelles Datum auf ungeradzahligen Seiten rechts,
                              % auf geradzahligen links ausgeben.

\fancyfoot[RO,LE]{\thepage}   % Seitennummer auf ungeradzahligen Seiten rechts,
                              % auf geradzahligen links ausgeben.

Zudem kann festgelegt werden, ob beziehungsweise mit welcher Stärke eine horizontale Linie zwischen dem eigentlichen Text und der Kopf- beziehungsweise Fußzeile gedruckt werden soll:

\renewcommand\headrulewidth{2pt}    % Liniendicke zwischen Kopfzeile und Text festlegen
\renewcommand\footrulewidth{0pt}    % Linie zwischen Fußzeile und Text deaktivieren

Auch mehrzeilige Kopfzeilen sind möglich; hierfür muss allerdings mittels beispielsweise \setlength\headheight{24pt} die Höhe der Kopfzeilen-Box angepasst werden. Bei der Festlegung der Kopfzeile kann die Zeilentrennung dann wie üblich mittels \\ erreicht werden.

Individuelle Kopf- und Fußzeilen mit scrlayer-scrpage:

Das Paket scrlayer-scrpage, das für die Dokumentklassen scrartcl, scrrprt und scrbook vorgesehen ist, stellt den neuen Pagestyle scrheadings bereit. Die Syntax für das Einbinden des Pakets und die Festlegung der einzelnen Informationen sieht für einseitige Dokumente beispielsweise folgendermaßen aus: [2]

% Präambel:

\documentclass{scrartcl}
\usepackage{scrlayer-scrpage}

% Bisherige Einstellungen für Kopf- und Fußzeilen löschen:
\clearpairofpagestyles

% Zentriert auf linken Seiten die aktuelle Kapitelüberschrift,
% auf rechten Seiten die Überschrift des aktuellen Abschnitts ausgeben:
\chead{\headmark}

% Zentriert die Seitenzahl ausgeben (auch beim Seitenstil "scrplain"):
\cfoot*{\pagemark}


\pagestyle{scrheadings}

Durch die Anweisung \headmark wird bei Verwendung der Voreinstellungen automatisch auf linken Seiten die aktuelle Kapitelüberschrift, und auf rechten Seiten die Überschrift des aktuellen Abschnitts inklusive Nummer ausgegeben. Diese Voreinstellungen können mit den Anweisungen \automark{} beziehungsweise \automark*{} angepasst werden; erstere überschreibt alle bisherigen Einstellungen, letztere “überlagert” lediglich die bisherigen Einstellungen.

Möchte man beispielsweise auf den rechten Seiten so lange die Kapitel-Überschrift ausgeben, bis der erste Abschnitt beginnt, so kann dies folgendermaßen erreicht werden:

% Sowohl auf rechten Seiten (eckige Klammern) als auch auf linken Seiten
% (geschweifte Klammern) Kapitel-Überschriften ausgeben:
\automark[chapter]{chapter}

% Linke Seiten-Definitionen unverändert lassen, auf rechten hingegen
% -- sofern vorhanden -- Abschnitts-Überschriften ausgeben:
\automark*[section]{}

Bei einseitigen Dokumenten existieren für LaTeX nur “rechte” Seiten; die Seiten werden dann also unabhängig von ihrer Nummer als ungerade gewertet. Für zweiseitige Dokumente können die einzelnen Informationen mittels folgender Anweisungen explizit gesetzt werden:

% Inhalte der Kopfzeilen für rechte Seiten:
\lehead[Inhalt plain.scrheadings]{Inhalt scrheadings} % left even
\cehead[Inhalt plain.scrheadings]{Inhalt scrheadings} % center even
\rehead[Inhalt plain.scrheadings]{Inhalt scrheadings} % right even

% Inhalte der Kopfzeilen für linke Seiten:
\lohead[Inhalt plain.scrheadings]{Inhalt scrheadings} % left odd
\cohead[Inhalt plain.scrheadings]{Inhalt scrheadings} % center odd
\rohead[Inhalt plain.scrheadings]{Inhalt scrheadings} % right odd

In den eckigen Klammern können optional die Inhalte für den Seitenstil scrplain festgelegt werden; soll dieser für eine bestimmte Angabe mit dem Inhalt des Seitenstils scrheadings übereinstimmen, so kann beispielsweise anstelle von \cehead[Inhalt]{Inhalt} auch \cehead*{Inhalt} geschrieben werden. Sollen die gleichen Einstellungen sowohl für ungerade als auch für gerade Seitenzahlen gelten, so kann beispielsweise auch einfacher \chead{} als Anweisung genutzt werden.

Allgemein müssen nicht alle obigen Anweisungen genutzt werden, sondern nur diese, die für die gewünschten Positionen vorgesehen sind. Für die Fußzeilen existieren die gleichen Anweisungen, wobei lediglich head durch foot ersetzt werden muss.

Seitenränder

In LaTeX werden bei Verwendung von a4paper als Dokumentgröße und Standard-Einstellungen verhältnismäßig breite Seitenränder (\unit[1]{in}
\approx \unit[2,54]{cm}) gedruckt. Dies hat damit zu tun, dass aus Sicht der Typographie die einzelnen Zeilen nicht zu viel Text beinhalten sollten (nur circa 70 Zeichen), um die Lesbarkeit zu erhöhen.

Bei zweiseitigen Dokumenten ist der innere Rand schmäler als der äußere; er ist so breit gewählt, dass ein Buch nach der Bindung im aufgeschlagen Zustand mittig ebenso viel Abstand zwischen den Texten auf der linken und der rechten Seite aufweist wie die Texte zu den jeweiligen Seitenrändern.

Anpassung der Seitenränder mittels geometry

Möchte man die Seitenränder allgemein anpassen, so ist dies am einfachsten durch Verwendung des geometry-Pakets möglich:

% In der Präambel:

\usepackage[left=2.5cm, right=2.5cm, top=2.5cm, bottom=2.5cm]{geometry}

Sollen die so definierten Einstellungen, die Auswirkungen auf das gesamte Dokument haben, zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb des Dokuments wieder geändert werden, so ist dies mittels der \newgeometry{}-Anweisung möglich:

% Innerhalb des Dokuments:

\newgeometry{left=1cm, right=1cm, top=2.5cm, bottom=2.5cm}

Diese Anweisung hat Auswirkungen auf das Layout der aktuellen und aller folgenden Seiten beziehungsweise bis eine neue \newgeometry{}-Anweisung gesetzt wird. Um lediglich die aktuelle Seite etwas zu vergrößern, kann zudem als Anweisung \enlargethispage{3cm} o.ä. verwendet werden.

Abstände manuell festlegen

In LaTeX gibt es mehrere Variablen, die das Seitenlayout beeinflussen. Mittels der Pakete layout beziehungsweise layouts können die Namen dieser Variablen sowie die bei den aktuellen Einstellungen vorherrschenden Werte angezeigt werden.

  • Die für das Seitenlayout relevanten Variablen sowie ihre aktuellen Werte können mittels des layout-Pakets folgendermaßen angezeigt werden:

    % Präambel:
    \documentclass[halfparskip,12pt,twoside]{scrreprt}
    \usepackage[utf8]{inputenc}
    \usepackage[T1]{fontenc}
    \usepackage[german]{babel}
    \usepackage[top=2cm,bottom=2.5cm]{geometry}
    \usepackage{layout}
    
    \begin{document}
    
    % Seitenlayout-Variablen und aktuelle Werte ausgeben:
    \layout
    
    \end{document}
    

    Der obige Code liefert etwa folgendes Ergebnis:

    _images/layout.png

    Die einzelnen Längen können mittels \setlength{laengen-variable}{wert} gesetzt werden, beispielsweise \setlength{\oddsidemargin}{36pt}; selbstverständlich können auch andere Längenmaße wie mm, cm oder in genutzt werden. Die Werte der Längen-Variablen \topmargin, \oddsidemargin und \evensidemargin werden dabei zu den beispielsweise mittels des geometry-Pakets eingestellten Randwerten hinzuaddiert.

  • Weitere beispielsweise für das Layout der einzelnen Absätze relevanten Variablen sowie ihre aktuellen Werte lassen sich mittels des Pakets layouts folgendermaßen anzeigen:

    % Präambel:
    \documentclass[halfparskip,12pt,twoside]{scrreprt}
    \usepackage[utf8]{inputenc}
    \usepackage[T1]{fontenc}
    \usepackage[german]{babel}
    \usepackage[top=2cm,bottom=2.5cm]{geometry}
    \usepackage{layouts}
    \usepackage{caption}
    
    \begin{document}
    
    \setuplayouts
    
    % Allgemeines Absatz-Layout anzeigen:
    \begin{figure}
        \paragraphdiagram
        \caption*{Für einzelne Absätze relevante Variablen.}
    \end{figure}
    
    % Aktuelles Absatz-Layout anzeigen:
    \begin{figure}
        \currentparagraph
        \paragraphdesign
        \caption*{Absatz-Variablen des aktuellen Dokuments.}
    \end{figure}
    
    \end{document}
    

    Als Ergebnis erhält man beispielsweise:

    _images/layouts-paragraph-diagrams.png
  • Nach dem gleichen Prinzip lassen sich mittels des layouts-Pakets auch die für Aufzählungen relevanten Variablen und ihre Werte anzeigen:

    \begin{figure}
        \listdiagram
        \caption*{Für Listen relevante Variablen.}
    \end{figure}
    
    \begin{figure}
        \listdesign
        \caption*{Listen-Variablen des aktuellen Dokuments.}
    \end{figure}
    

    Ergebnis:

    _images/layouts-listdiagram.png _images/layouts-listdesign.png

In der Dokumentation des layouts-Pakets sind weitere entsprechende Beispiele aufgelistet, welche die Platzierung von Fußnoten sowie das Aussehen des Inhaltsverzeichnisses näher beschreiben.


Anmerkungen:

[1]Sollte die normale Textbreite \textwidth manuell geändert werden, so muss \pagestyle{fancy} anschließend erneut aufgerufen werden, da sich das Layout der Kopf- und Fußzeilen an dieser Länge orientiert.
[2]

In der Original-Anleitung wird empfohlen, das Paket scrlayer-scrpage nicht in Kombination mit den Seitenstilen headings und myheadings zu verwenden; stattdessen sollte unbedingt scrheadings verwendet werden.

Das Paket scrlayer-scrpage ist mit dem Vorgänger-Paket scrpage2 weitestgehend abwärts-kompatibel, so dass für eine Aktualisierung in den meisten Dokumenten lediglich \usepackage{scrpage2} durch \usepackage{scrlayer-scrpage} ersetzt werden muss.