Shell-Scripting

Die Shell kann unmittelbar als Interpreter für einzelne Programmaufrufe genutzt werden. Darüber hinaus ist es ebenso möglich, mehrere Eingabezeilen miteinander zu kombinieren. Diese Methode, mehrere aufeinander folgende Programmaufrufe – ähnlich wie ein Kochrezept – in eine Textdatei zu schreiben und mittels dieser Datei von der Shell ausführen zu lassen, wird als “Shell-Scripting” bezeichnet.

In den folgenden Abschnitten werden einige Möglichkeiten zum gezielten Scripten der bash, d.h. der unter Debian, Ubuntu und Linux Mint am weitesten verbreiteten Shell, näher vorgestellt.

Aufbau und Aufruf eines Shellskripts

Shell-Skripte sind Textdateien, die üblicherweise die Endung .sh oder überhaupt keine Endung besitzen.[1] In beiden Fällen sollte am Anfang der Datei festgelegt werden, welcher Shell-Interpreter beim Aufruf des Skripts genutzt wird. Dies erfolgt über den so genannten “Shebang”:[2]

#!/bin/bash

Die Zeichenkette #! bewirkt dabei, dass die nachfolgende Anweisung (gegebenenfalls mit zusätzlichen Argumenten) beim Aufruf des Programms ausgeführt wird. Im obigen Beispiel wird also ein bash-Prozess gestartet, der die darauf folgenden Anweisungen und Programmaufrufe Zeile für Zeile interpretiert.[3] Alle anderen Zeilen, die mit # beginnen, werden als Kommentare ignoriert.

Um das Shell-Skript aufzurufen, wird in einer Shell folgende Zeile eingegeben:

sh pfad/skriptdatei

Ebenso ist es möglich, die Skriptdatei mit chmod +x ausführbar zu machen. Dann kann sie – wie ein binäres Programm – direkt aufgerufen werden:

# Datei ausführbar machen:
cd pfad
chmod +x skriptdatei

# Skript aufrufen:
pfad/skriptdatei

Befindet man sich im gleichen Ordner wie die Skriptdatei, so kann diese mit ./skriptdatei aufgerufen werden, da . für den Namen des aktuellen Verzeichnisses steht.

Möchte man bestimmte Skripte auch ohne explizite Angabe des Pfades aufrufen, so empfiehlt es sich zu diesem Zweck mit mkdir ~/bin ein eigenes Unterverzeichnis im Home-Verzeichnis anzulegen und in die Konfigurationsdatei ~/.bashrc folgenden Eintrag zu schreiben:

# Eigenes bin-Verzeichnis zum Systempfad PATH hinzufügen

# Prüfen ob das Verzeichnis existiert:
if [ -d "$HOME/bin" ] ; then
    PATH="$HOME/bin:$PATH"
    export PATH;
fi

Durch die Zeile PATH="$HOME/bin:$PATH" wird das eigene bin-Verzeichnis an den Anfang des Systempfades gesetzt. Wird in einer Shell eine beliebige Anweisung eingegeben, so wird zunächst der eigene bin-Ordner und erst anschließend alle anderen in der PATH-Variable gespeicherten Verzeichnisse nach einem entsprechenden Programm bzw. Skript durchsucht.

Rückgabewerte und Verkettung von Programmen

Jedes Programm oder Shell-Skript sollte beim Beenden einen Wert liefern, der angibt, ob das Skript fehlerfrei abgelaufen ist oder nicht. Üblicherweise wird dazu das Programm bei einem fehlerfreien Durchlauf mit exit 0 beendet. Jeder andere “Exit-Status” zwischen 1 bis 255 deutet meistens auf einen Fehler hin.[4] Der Rückgabewert wird in einem Skript an einer beliebigen Stelle mittels exit num festgelegt; das Skript wird dadurch unmittelbar beendet.

Bei der interaktiven Benutzung der Shell wird der Exit-Status eines Skripts oder Programms nur selten benutzt, da mögliche Fehlermeldungen direkt vom Benutzer abgelesen werden können. In Shell-Skripten jedoch werden bestimmte Aktionen häufig in Abhängigkeit von anderen Aktionen ausgeführt; sollen beispielsweise Dateien verschoben werden, so dürfen die Originale nur dann gelöscht werden, wenn sie zuvor erfolgreich kopiert worden sind.

Die Operatoren && und ||

Mittels der Operatoren && und || kann man die Ausführung einer zweiten Anweisung vom Rückgabewert der ersten Anweisung abhängig machen:

  • Ein Ausdruck der Form anweisung1 && anweisung2 bedeutet, dass anweisung2 nur dann ausgeführt wird, wenn anweisung1 fehlerfrei ausgeführt bzw. mit Exit-Status 0 beendet wurde.
  • Ein Ausdruck der Form anweisung1 || anweisung2 bedeutet, dass anweisung2 genau dann ausgeführt wird, wenn anweisung1 mit einem Fehler bzw. mit einem Exit-Status zwischen 1 und 255 beendet wurde.

Bedingte Anweisungen können auch mittels if und case implementiert werden.

Ausgaben in Textdateien umlenken

Normalerweise geben Skripte und Programme Meldungen und Rückgabewerte als Text im Shell-Fenster aus. Mit den Operatoren > und >> ist es allerdings auch möglich, die Ausgabe in Text-Dateien umzuleiten:

  • Mit dem Operator > kann man die Ausgabe eines Programms in eine Datei umleiten, deren Name im Anschluss an das >-Zeichen geschrieben wird:

    # Inhalt des Verzeichnisses und aller Unterverzeichnisse
    # in Text-Datei "folder-content.txt" schreiben:
    ls -R > folder-content.txt
    

    Existiert die Datei noch nicht, so wird sie neu angelegt; als Eigentümer der Datei wird dabei der Benutzer eingetragen, der den Shell-Prozess ausführt.

    Existiert die Datei schon, so wird sie zunächst geleert und anschließend neu beschrieben. Der Eigentümer und die Zugriffsrechte bleiben dabei erhalten. Damit das Überschreiben funktioniert, muss das Schreiben der Datei erlaubt sein.

  • Nach dem gleichen Prinzip kann man mit dem Operator >> die Ausgabe eines Programms an eine Datei anhängen. Diese Variante findet insbesondere bei der Protokollierung einzelner Prozesse in Log-Dateien Anwendung.

Umgekehrt kann man mittels des Operators < eine Datei angeben, aus der gelesen werden soll. Selten wird diese Syntax von Programmen zwingend gefordert, in den meisten Fällen kann eine einzulesende Datei auch ohne < angegeben werden. Beispielsweise sind die Anweisungen cat anyfile.txt und cat < anyfile.txt identisch.

Fehlermeldungen umlenken

Für jeden Prozess öffnet die Shell drei Standard-Kanäle: Kanal 0 steht für die Standard-Eingabe, Kanal 1 für die Standard-Ausgabe und 2 für den Standard-Fehlerkanal.

Man kann jedem der Umleitungskommandos <, > und >> eine dieser Nummern für den jeweiligen Kanal voranstellen. So kann beispielsweise die Fehlerausgabe einer Anweisung mittels 2> error-logfile.txt in eine entsprechende Log-Datei umgelenkt werden.

Als eine Besonderheit ist hierbei die Datei /dev/null hervorzuheben. Diese Datei dient als “Mülleimer”, d.h. es werden alle Meldungen, die zu dieser Datei umgelenkt werden, verworfen. So kann man beispielsweise mittels der Anweisung any_program 2> /dev/null die Ausgabe von Fehlern unterdrücken.

Pipelines (“Pipes”)

Die Ausgaben eines Programms können nicht nur Dateien, sondern auch an andere Programme weitergeleitet werden. Hierzu wird in Shell-Skripts der Operator | (“Pipe”) in der Form anweisung1 | anweisung2 verwendet:

# Alle Dateien des aktuellen Verzeichnisses und aller
# Unterverzeichnisse anzeigen, die "txt" enthalten:
ls -R | grep txt

Bei einer solchen Verkettung von Programmen werden die Daten vom Interpreter in eine temporäre Datei (ebenfalls “Pipe” genannt) abgelegt und so an das nächste Programm übergeben.

Pipes stellen ein vielseitiges Werkzeug dar, insbesondere in Kombination mit folgenden Programmen:

  • Mit grep kann die Ausgabe eines Programms hinsichtlich bestimmter Suchmuster gefiltert werden.
  • Mit tee kann die Standard-Ausgabe oder Standard-Fehlerausgabe sowohl auf dem Bildschirm ausgegeben als auch in eine Datei geschrieben werden. Die Syntax hierzu könnte also anweisung | tee error-logfile.txt lauten.
  • Mit xargs werden alle empfangenen Werte als Argumente der folgenden Anweisung übergeben. Beispielsweise würde die Anweisung find ./ -name *foo* | xargs grep muster alle Dateien, die “foo” in ihrem Dateinamen enthalten, nach dem gegebenen Begriff oder Suchmuster durchsuchen (ohne xargs würden hingegen die Dateinamen nach muster durchsucht).

Dateimuster und Variablen

Die Shell weist als Interpreter einigen Sonderzeichen eine besondere Bedeutung zu. Mit Hilfe solcher Zeichen (so genannten “Wildcards”) können Muster für Dateinamen einfach formuliert werden. Die Shell ersetzt dann bei der Ausführung die Muster dann durch die entsprechenden Dateinamen.

Zeichen Bedeutung
* Eine beliebig lange Folge von Zeichen
? Ein einzelnes beliebiges Zeichen
[abc123] Eines der Zeichen, die in der Klammer vorkommen
[!abc] Ein beliebiges Zeichen, das nicht in der Klammer vorkommt

Wohl am häufigsten wird das *-Zeichen verwendet, das für eine beliebig lange Folge von Zeichen steht; dabei ist auch die Länge Null explizit erlaubt. Beispielsweise werden mittels ls *foo* alle Dateien ausgegeben, die “foo” in ihrem Dateinamen beinhalten, egal welche Zeichen vorher oder nachher im Dateinamen vorkommen. Mit ls *.txt werden alle Dateien angezeigt, deren Dateiname auf ”.txt” endet. Zu beachten ist hierbei jedoch eine Ausnahme: Der Stern als Suchmuster ignoriert Dateien, deren Name mit einem Punkt beginnt, es sei denn, man schreibt explizit .*txt. Dadurch soll verhindert werden, dass versehentlich Konfigurationsdateien gelöscht werden.

In den eckigen Klammern kann auch ein Buchstaben- oder Zahlenbereich in der Form [a-z] oder [0-9] angegeben werden; auch eine Kombination der Form [a-zA-Z0-9] ist möglich, um ein beliebiges alphanumerisches Zeichen auszudrücken. Diese Syntax funktioniert ebenso für ausschließende Klammern, beispielsweise steht [!a-z] für ein beliebiges Zeichen außer einem Kleinbuchstaben.

Eine weitere besondere Bedeutung hat das Dollar-Zeichen $: Es ersetzt den unmittelbar (ohne Leerstelle) folgenden Variablennamen durch den in der Variablen abgespeicherten Wert.

Möchte man die gewöhnliche Bedeutung eines Zeichens aufheben, so muss diesem das Backslash-Zeichen \ vorangestellt werden. Dies betrifft sowohl die oben angegebenen Sonderzeichen wie auch das Leerzeichen, das eigentlich zur Trennung verschiedener Argumente genutzt wird, aber auch Bestandteil von Dateinamen sein kann. In gleicher Weise muss den Zeichen ; & | ( )  < > sowie \n und \t (Zeilenende und Tabulator) ein Backslash vorangestellt werden, um die jeweilige Sonderbedeutung aufzuheben.

Eine weitere bisweilen nützliche Ergänzung bieten geschweifte Klammern innerhalb von Dateimustern. Diese eignen sich dazu, um an der gegebenen Stelle einen der in den geschweiften Klammern stehenden, durch Komma-Zeichen voneinander getrennten Namen einzusetzen. Beispielsweise gibt ls -R ~/data/{buecher,docs}/?*/{*.pdf,*djvu} alle pdf- und djvu-Dateien in den Unterverzeichnissen von ~/data/buecher und ~/data/docs auf. Diese Liste kann dann beispielsweise mittels | grep gezielt nach Einträgen durchsucht werden.

Zuweisung von Variablen

Ähnlich wie in Programmiersprachen, so lassen sich auch in der Shell Werte in Variablen speichern. Allerdings sind nur Zeichenketten (“Strings”) als Werte erlaubt.

Um einer Variablen einen Wert zuzuweisen, muss folgende Syntax verwendet werden:

variablenname=wert

Zwischen dem Variablennamen, dem Zuweisungsoperator = und dem zu speichernden Wert darf dabei kein Leerzeichen stehen; auf den Inhalt der Variable kann wiederum mittels $variablenname zugegriffen werden.

Mit der Anweisung set kann in der Shell abgefragt werden, welche Variablen aktuell gesetzt sind und welche Werte diese haben. Unter Umständen kann diese Liste recht lang sein, so dass es nützlich ist, die Ausgabe von set mittels einer Pipe entweder an einen Pager wie less zu übergeben oder mittels grep nach einem bestimmten Variablennamen zu filtern.

# Alle Variablen und ihre Werte mit less betrachten:
set | less

# Wert der Variablen EDITOR prüfen:
set | grep EDITOR

Variablen können in der Shell an jeder beliebigen Stelle genutzt werden. Trifft der Shell-Interpreter auf ein $-Zeichen, so wird der unmittelbar (ohne Leerzeichen) folgende Variablenname durch den gespeicherten Variablenwert ersetzt. Ist die angegebene Variable nicht definiert, so wird vom Interpreter an dieser Stelle nichts eingesetzt.

Mittels unset variablenname kann man eine Variable wieder löschen.

Exportieren von Variablen

Weist man in einer Shell einer Variablen einen Wert zu, so ist diese Variable per Voreinstellung nur dem aktuellen Shell-Prozess bekannt. Möchte man eine Variable auch in von der aktuellen Shell-Sitzung aus gestarteten Unterprozessen nutzen, so kann sie mittels der export-Anweisung zugänglich gemacht werden:

# Variable definieren:
my_var=fooo

# Variable öffentlich machen:
export my_var

Auch in diesem Fall kann die Variable mittels unset my_var wieder gelöscht werden. Wird dem gleichen Variablennamen erneut ein Wert zugewiesen, so wird die Variable wieder als lokal angesehen und muss bei Bedarf erneut exportiert werden.

Definition von Konstanten

Mittels der Anweisung readonly variablenname kann eine Variable in eine Konstante umgewandelt werden. Der Wert, den die Variable zu diesem Zeitpunkt hat, kann später nicht mehr verändert werden, auch kann die Variable nicht mehr mittels unset gelöscht werden – sie ist sozusagen schreibgeschützt. Erst mit dem Beenden der Shell wird die Konstante wieder gelöscht.

Mittels readonly (ohne Variablennamen) kann eine Liste mit allen aktuell definierten Konstanten ausgegeben werden.

Definition von Variablen-Listen

In einer Shell-Variable kann eine Liste mit mehreren Elementen mittels folgender Syntax abgespeichert werden:

var_liste=(
    element_1
    element_2
    element_3
)

Wichtig ist hierbei wiederum, dass zwischen dem Namen der Variablenliste, dem Zuweisungsoperator = und der öffnenden Klammer kein Leerzeichen stehen darf. Es können auch mehrere Elemente in eine Zeile geschrieben werden; die Elemente werden durch Leerzeichen getrennt.

Auf die einzelnen Elemente der Variablenliste kann mittels ${var_liste[0]}, ${var_liste[1]} usw. zugegriffen werden, wobei der Index 0 für das erste Listenelement und der Index 1 für das zweite Listenelement steht. Schreibt man nur $var_liste, so ist dies mit einem Zugriff auf das erste Element der Liste identisch. Um alle Listenelemente auszugeben, muss hingegen ${var_liste[*]} geschrieben werden.

Die Anzahl an Elementen einer Liste kann mittels ${#var_liste[*]} ausgegeben werden; mit ${#var_liste[num]} wird ausgegeben, aus wie vielen (Text-)Zeichen das Listenelement mit der Indexnummer num besteht.

Ein neues Element kann folgendermaßen an eine bestehende Liste angefügt werden:

var_liste+=( element_4 )

Soll ein neues Element nicht am Ende der Liste, sondern vor einer bestimmten Indexposition num eingefügt werden, so kann man folgendes schreiben:

var_liste[num]+=( element_neu )

Mittels unset var_liste kann die Variablenliste, mit unset var_liste[num] das Listenelement mit der Indexnummer num wieder gelöscht werden.

Besondere Shell-Variablen

Im folgenden werden einige Standard-Variablen aufgelistet, die automatisch definiert sind und häufig in Shell-Skripten vorkommen:

$0
Diese Variable enthält den Namen des aktuellen Prozesses, beispielsweise /bin/bash.
Im Fall eines laufenden Shellskripts entspricht $0 dem Namen der Skriptdatei.
$1 bis $9 Diese Variablen enthalten die beim Aufruf des Skripts übergebenen Argumente 1 bis 9.
$*
Diese Variable enthält alle beim Aufruf des Skripts übergebenen Argumente als eine einzelne Zeichenkette.
Die einzelnen Argumente sind dabei durch Leerzeicheen getrennt.
$@ Diese Variable enthält alle beim Aufruf des Skripts übergebenen Argumente als Liste.
$# Die Variable gibt die Anzahl der beim Aufruf des Skripts übergebenen Argumente an.
$- Diese Variable enthält alle im aktuellen Prozess eingeschalteten Optionsbuchstaben.
$? Diese Variable enthält den Exit-Status der zuletzt ausgeführten Anweisung.
$$ Diese Variable enthält die Prozess-Nummer der Shell, in der das Skript ausgeführt wird.
$! Diese Variable enthält die Prozess-Nummer des zuletzt erzeugten Hintergrundprozesses.

Die Variable $$ ist insbesondere für die Erzeugung von temporären Dateien von Bedeutung. Erzeugt ein Skript beispielsweise eine gleichnamige Datei /tmp/$0 im /tmp-Verzeichnis, so würde das Skript bei einem gleichzeitigen Aufruf in verschiedenen Shell-Fenstern die gleiche Datei nutzen und dabei mit großer Wahrscheinlichkeit jeweils Daten der anderen Prozesse überschreiben. Verwendet man hingegen /tmp/$0.$$ als Namen für die temporäre Datei, so bekommt jede ausführende Instanz des Skripts eine eigene Datei zugewiesen.

Neben den obigen, minimalistisch benannten Variablen existieren weitere vordefinierte Variablen, die häufig in Shell-Skripten eingesetzt werden:

$EDITOR Diese Variable gibt an, welches Programm bevorzugt als Texteditor geöffnet werden soll.
$HOME Diese Variable enthält den Namen des Home-Verzeichnisses des aktuellen Benutzers.
$PAGER Diese Variable gibt an, welches Programm als Pager, also als Anzeigeprogramm für Textdateien geöffnet werden soll
$PATH Diese Variable enthält alle Verzeichnisse, in denen bei Eingabe einer Shell-Anweisung nach einem entsprechenden Programm gesucht wird. Die Namen der einzelnen Verzeichnisse sind durch Doppelpunkte getrennt und werden in der angegebenen Reihenfolge durchsucht.
$PS1 In dieser Variablen (“Prompt String 1”) wird das Aussehen des Eingabe-Prompts definiert. Üblicherweise steht $ für normale Benutzer und # für den Systemverwalter.
$PS2 In dieser Variablen (“Prompt String 2”) wird definiert, wie der Eingabe-Prompt im Fall eines Zeilenumbruchs aussehen soll. Üblicherweise wird hierfür das Zeichen > verwendet.
$TERM Diese Variable enthält den Namen des aktuellen Shell-Anzeige-Programms.
$USER Diese Variable enthält den Namen des aktuellen Benutzers.

Die aktuellen Werte aller Variablen können mittels der Anweisung printenv angezeigt werden; eine einzelne Variable wie $EDITOR kann mittels printenv EDITOR ausgegeben werden.

Üblicherweise werden die $EDITOR und $PAGER-Variablen in der Konfigurationsdatei .bashrc festgelegt:

# Vim als Editor festlegen:
export EDITOR=vim

# Less als Pager festlegen:
export PAGER=less

Werden die Variablen nicht vom Benutzer gesetzt, so wird üblicherweise vi als Standard-Editor und cat als Pager verwendet.

Wer keine Erfahrung mit Vim hat, kann an dieser Stelle beispielsweise pico, nano, joe oder emacs verwenden, wobei die letzten beiden gegebenenfalls mittels der gleichnamigen Pakete via apt installiert werden müssen.

Auswertung von Variablen

In manchen Fällen, beispielsweise beim Arbeiten mit Verzeichnis- und Dateinamen, kann es passieren, dass der Wert einer Variable nahtlos in weiteren Text übergehen soll. In diesem Fall muss der Name der Variablen in geschweifte Klammern gesetzt werden:

# Variable definieren:
zwei=ZWEI

echo eins$zweidrei
# Ergebnis: eins

echo eins${zwei}drei
# Ergebnis: einsZWEIdrei

Ist der Variablenname in geschweiften Klammern nicht definiert, so wird sie wie gewöhnlich vom Interpreter ausgelassen (durch “nichts” ersetzt). Dieses Verhalten des Interpreters kann auf mehrere Arten beeinflusst werden:

  • Schreibt man ${variablenname-standardwert}, so wird an der Stelle der Variablen der angegebene Standardwert eingesetzt, sofern der Variablenname nicht definiert ist; Die Variable bleibt dabei undefiniert.
  • Schreibt man ${variablenname=standardwert}, so wird ebenfalls an der Stelle der Variablen der angegebene Standardwert eingesetzt, sofern der Variablenname nicht definiert ist; die Variable wird dabei allerdings mit dem angegebenen Standardwert neu definiert.
  • Schreibt man ${variablenname?fehlermeldung}, so wird geprüft, ob der angegebene Variablenname definiert ist. Ist er es nicht, so wird das Shellskript abgebrochen und die hinter dem ? angegebene Fehlermeldung angezeigt. Wird keine Fehlermeldung angegeben, so wird als Standard die Meldung “parameter null or not set” ausgegeben.

Möchte man im umgekehrten Fall einen bestimmten Wert ausgeben, wenn eine Variable definiert ist, so kann man die Syntax ${variablenname+wert} verwenden. Beispielsweise Liefert ${one+yes} den Wert yes, wenn die Variable one definiert ist, andernfalls wird die angegebene Variable ausgelassen (durch nichts ersetzt).

Quotings

In der Shell haben einfache Anführungszeichen, doppelte Anführungszeichen und so genannte “Backticks” (`) eine jeweils eigene Bedeutung:

  • Innerhalb von doppelten Anführungszeichen kann ein beliebig langer Text als eine einzelne Zeichenkette eingegeben werden. Diese kann sich über mehrere Bildschirmzeilen erstrecken und Leerzeichen beinhalten, ohne dass diesen jeweils ein Backslash vorangestellt werden muss. Die Bedeutung des Dollar-Zeichens bleibt allerdings erhalten, so dass mittels $variablenname innerhalb doppelter Anführungszeichen der Wert einer Variablen wie gewohnt ausgewertet werden kann.

    Dateinamen-Erweiterungen, beispielsweise mittels des Stern-Zeichens *, sind hingegen innerhalb der Anführungszeichen nicht möglich.

  • Innerhalb von einfachen Anführungszeichen kann ebenfalls ein beliebig langer Text als eine einzelne Zeichenkette eingegeben werden. Auch in diesem Fall kann sich der Text über mehrere Bildschirmzeilen erstrecken. Die Besonderheit bei der Benutzung von einfachen Anführungszeichen liegt darin, dass in diesem Fall sämtliche Sonderzeichen ihre Bedeutung verlieren, also auch keine Auswertung von Variablen mittels des Dollar-Zeichens $ erfolgt.

  • Backticks werden üblicherweise für Shell-Anweisungen genutzt, wobei die innerhalb der Backticks stehende(n) Anweisung(en) von der Shell durch ihren Rückgabewert ersetzt werden.

Soll das Ergebnis einer Shell-Anweisung wie eine Variable genutzt werden, so kann dies alternativ zur Backticks-Notation auch mittels $(anweisung) erfolgen. Diese Schreibweise ist im Allgemeinen sogar vorzuziehen, da sie meist übersichtlicher und somit angenehmer zu lesen ist.

Kontrollstrukturen

Die folgenden Kontrollstrukturen können zur Steuerung eines Shell-Skripts verwendet werden, wenn einzelne Code-Blöcke nur unter bestimmten Bedingungen oder auch mehrfach ausgeführt werden sollen.

Fallunterscheidungen – if, then, else

Mit Hilfe von if-Abfragen ist es möglich, Teile eines Shell-Skripts nur unter bestimmten Bedingungen ablaufen zu lassen. Ist die if-Bedingung wahr, so wird der anschließende, durch then gekennzeichnete Code ausgeführt, bis das Schlüsselwort fi (ein umgedrehtes if) die bedingte Anweisung abschließt.

Die grundsätzliche Syntax lautet also:

if bedingung
then
    anweisungen
fi

Optional können nach einem if-Block mittels elif eine oder mehrere zusätzliche Bedingungen formuliert werden, die jedoch nur dann untersucht werden, wenn die erste if-Bedingung falsch ist. Schließlich kann auch eine else-Bedingung angegeben werden, die genau dann ausgeführt wird, wenn die vorherige Bedingung (beziehungsweise alle vorherigen Bedingungen bei Verwendung eines elif-Blocks) nicht zutreffen.

Insgesamt kann eine Fallunterscheidung beispielsweise folgenden Aufbau haben:

if bedingung1
then
    anweisung1

elif bedingung2
then
    anweisung2

else
    anweisung3

fi

Um die Bedingungen zu formulieren, wird häufig die Shell-Anweisung test verwendet. Mit dieser lassen sich zum einen Datei-Tests durchführen, zum anderen auch Zahlenwerte und Zeichenketten miteinander vergleichen.

  • Um die zu einem Dateinamen gehörende Datei auf eine bestimmte Eigenschaft hin zu überprüfen, lautet die test-Syntax wie folgt:

    test option dateiname
    

    Eine Auswahl an häufig verwendeten Prüfoptionen sind in der Datei-Test-Tabelle aufgelistet; eine vollständige Liste aller Optionen findet in den test-Manpages (man test).

-d wahr, wenn Datei existiert und ein Verzeichnis ist
-e wahr, wenn Datei existiert
-f wahr, wenn Datei existiert und regulär ist (kein Verzeichnis, kein Link)
-h oder -L wahr, wenn Datei existiert und ein Symlink ist
-r wahr, wenn Datei existiert und lesbar ist
-s wahr, wenn Datei existiert und nicht leer ist
-w wahr, wenn Datei existiert und schreibbar ist
-x wahr, wenn Datei existiert und ausführbar ist

Anstelle von test option dateiname kann auch kürzer [ option dateiname ] geschrieben werden. In dieser Form kommen Test-Anweisungen sehr häufig bei if-Bedingungen vor.

  • Um ganzzahlige Werte miteinander zu vergleichen, können die Optionen -eq, -ne, -gt, -lt, -ge, und -le verwendet werden.

    test zahl1 operator zahl2
    

    Die möglichen Vergleichsoperatoren für Zahlen sind in der Integer-Test-Tabelle aufgelistet.

-eq wahr, wenn beide Zahlen gleich sind (“equal”)
-ne wahr, wenn beide Zahlen nicht gleich sind (“not equal”)
-gt wahr, wenn erste Zahl größer als zweite Zahl ist (“greater than”)
-lt wahr, wenn erste Zahl kleiner als zweite Zahl ist (“less than”)
-ge wahr, wenn erste Zahl größer oder gleich der zweiten Zahl ist (“greater or equal”)
-le wahr, wenn erste Zahl kleiner oder gleich der zweiten Zahl ist (“less or equal”)
  • Um eine einzelne Zeichenkette zu überprüfen, können die Optionen -z (“zero”) oder -n (“non-zero”) verwendet werden. Mit test -z $mystring wird beispielsweise getestet, ob die in der Variablen mystring gespeicherte Zeichenkette die Länge Null hat.

    Um zwei Zeichenketten miteinander zu vergleichen, können die Operatoren == zum Test auf Gleichheit und != zum Test auf Ungleichheit verwendet werden. Beispielsweise kann mit if [ $mystring1 == $mystring2 ] eine Bedingung für die Gleichheit von mystring1 und mystring2 formuliert werden.

Möchte man mehrere Teilbedingungen zu einer einzigen Bedingung verknüpfen, können die Optionen -a (“and”) für eine UND-Bedingung und -o (“or”) für eine ODER-Bedingung eingesetzt werden. Wird einer (Teil-)Bedingung das Negationszeichen ! vorangestellt, so wird der Wahrheitswert des Bedingungsterms umgekehrt.

Mehrfach-Unterscheidungen – case

Sollen Anweisungen in Abhängigkeit des konkreten Werts einer Variablen oder einer Test-Bedingung ausgeführt werden, so kann das Schlüsselwort case genutzt werden. Dieses hat folgende Syntax:

case variable in

    muster1) anweisung1 ;;

    muster2) anweisung2 ;;

    muster3) anweisung3 ;;

    *) sonstige-anweisungen ;;

esac

Im obigen Beispiel kann anstelle variable auch ein Ausdruck stehen, der eine Zeichenkette als Ergebnis liefert.

Trifft ein Muster auf den Wert der Variablen zu, so wird die dahinter angegebene Anweisung ausgeführt. Die case-Struktur wird unmittelbar anschließend beendet; bei mehreren passenden Mustern werden somit nur die Anweisungen beim ersten zutreffenden Muster ausgeführt.

Das Muster darf jedes Suchmuster beinhalten, das auch für Dateinamen erlaubt ist. Zwei oder mehrere einzelne Teilmuster können dabei mittels |-Zeichen zu einem Gesamt-Muster verbunden werden.

Das Suchmuster * trifft auf jeden beliebigen Wert zu. Es kann daher verwendet werden, um Anweisungen festzulegen, die genau ausgeführt werden, wenn kein anderer Fall zutrifft. Da nach dem *-Muster die case-Struktur mit Sicherheit beendet wird, darf es erst am Ende der möglichen Fälle aufgelistet werden. Anschließend wird die case-Struktur mittels esac (ein umgekehrtes case) beendet.

Schleifen – for, while und until

In einer Shell stehen folgende Schleifentypen zur Verfügung:

  • Mittels einer for-Schleife kann eine Liste von Variablen elementweise abgearbeitet werden. Häufig wird als Liste ein Dateimuster verwendet, beispielsweise würde for pic in *.png alle png-Dateien des Verzeichnisses in eine Liste speichern und bei jedem Durchlauf der Schleife die jeweils nächste solche Datei in der Variablen pic ablegen. Sind alle Elemente der Liste abgearbeitet, wird die for-Schleife automatisch beendet.

    Die Anweisungen, die innerhalb der Schleife abgearbeitet werden sollen, werden durch die Schlüsselwörter do und done begrenzt. Eine for-Schleife hat damit insgesamt folgende Form:

    for varname in var_list
    do
        echo "Doing something with $varname ..."
    done
    

    In Kurzform, insbesondere bei einer einzelnen Schleifenanweisung, kann eine for-Schleife auch in eine Zeile geschrieben werden:

    for varname in var_list ; do echo "Doing something with $varname ..." ; done
    

    Üblicherweise werden for-Schleifen zum Durchlaufen einer vorgegebenen Anzahl an Listenelementen verwendet.

  • Mittels einer while-Schleife kann eine beliebe Anzahl an Anweisungen, solange eine bestimmte Bedingung erfüllt ist, beliebig oft wiederholt werden:

    while [ $count -le 10 ]
    do
        echo "Hallo"
        count=$( expr $count + 1 )
    done
    

    Die Bedingung wird vor jedem Schleifendurchlauf geprüft, und sofern diese nicht erfüllt ist, wird die Schleife beendet. Stellt sich die Bedingung schon vor dem ersten Schleifendurchlauf als Falsch heraus, wird die Schleife somit komplett übersprungen.

    Die expr-Anweisung wertet dabei den gegebenen arithmetischen Ausdruck aus und gibt das Ergebnis als Rückgabewert zurück. Anstelle $(expr $count +1) kann auch kürzer $(($count + 1)) geschrieben werden. Für komplexere Berechnungen innerhalb eines Shell-Skripts sollte bc verwendet werden.

    Eine while-Schleife kann beispielsweise verwendet werden, um alle dem Skript beim Aufruf übergebenen Parameter auszulesen:

    while [ -n $1 ]
    do
        echo $1
        shift
    done
    

    Hierbei bewirkt die Funktion shift, dass die Nummerierung der Parameter $1 bis $9 nach links verschoben wird, aus $3 wird beispielsweise $2 und aus $2 wird $1. Auf diese Weise können auch mehr als 9 übergebene Parameter der Reihe nach abgearbeitet werden.

  • Hat man eine Bedingung in der Form while not, so kann dafür das Schlüsselwort until verwendet werden. Mit until wird ebenfalls eine Schleife eingeleitet, wobei die angegebene Bedingung – wie bei einer while-Schleife – vor jedem Schleifendurchgang geprüft wird.

    until [ $count -eq 10 ]
    do
        echo "Hallo"
        count=$(expr $count + 1)
    done
    

Mit while und until werden üblicherweise Endlos-Schleifen definiert, die dann zu einem bestimmten Zeitpunkt mittels break abgebrochen werden.

break und continue

Um den gewöhnlichen Schleifenverlauf zu verändern, akzeptiert der Shell-Interpreter zwei Schlüsselwörter: break und continue:

  • Mittels break wird die Schleife komplett abgebrochen.

    Beispielsweise kann somit eine Endlos-Schleife unterbrochen werden, wenn eine bestimmte Bedingung eintritt:

    while true
    do
      echo "Doing something.."
    
      if given_condition
      then
          break
    
    done
    
  • Mittels continue wird der aktuelle Schleifendurchlauf abgebrochen. Die Schleife wird dann mit dem nächsten Schleifendurchlauf fortgesetzt.

    Die continue-Anweisung wird häufig in for-Schleifen eingesetzt, wenn beispielsweise alle Dateien eines Verzeichnisses abgearbeitet werden und nur in Sonderfällen zur nächsten Datei gegangen werden soll.

Die Anweisung break kann bei Bedarf auch mit einer Zahl n aufgerufen werden, um in einer verschachtelten Schleife nur die innersten n Ebenen der Schleife zu verlassen (beispielsweise bricht break 1 nur die innerste Schleifenebene ab). Ebenso kann die Anweisung continue mit einer Zahl n aufgerufen werden, um insgesamt n Schleifendurchläufe zu überspringen.

Definition von Funktionen

In Shell-Skripten können, ähnlich wie in Programmiersprachen, Kombinationen von mehreren Anweisungen als Funktionen definiert und somit beliebig oft an verschiedenen Stellen eines Skripts aufgerufen werden.

Die grundlegende Syntax zur Definition eigener Funktionen ist folgende:[5]

funktionsname ()
{
    anweisungen
}

Hat man eine Funktion definiert, so kann sie mittels funktionsname aufgerufen werden; die in der Funktion enthaltenen Anweisungen werden dadurch zeilenweise ausgeführt. Wird eine Funktion in der Konfigurationsdatei der Shell definiert, so kann sie von jeder Shell-Sitzung aus wie ein gewöhnliches Programm aufgerufen werden.

Innerhalb eines Shell-Skripts können wiederum Variablen genutzt werden; beispielsweise können so beim Aufruf der Funktion zusätzlich angegebene Argumente (die in den Variablen $1, $2, usw. gespeichert werden) innerhalb der Funktion genutzt werden.

Persönlich nutze ich beispielsweise die im folgenden vorgestellte Funktion, um aus mit Inkscape erstellten Vektor-Graphik–Dateien (SVG) gewöhnliche PNG-Dateien zu erstellen. Die Funktion wird mit dem Dateinamen einer SVG-Datei als Argument aufgerufen, exportiert den kompletten Inhalt als gleichnamige PNG-Datei und komprimiert anschließend die Datei-Größe dieser Datei:

# Funktion zum Exportieren einer SVG-Datei:
INK ()
{
    # Export als PNG-Datei mittels inkscape:
    inkscape -z -d 150 -D $1 -e $(basename $1 .svg).png

    # Komprimieren der PNG-Datei mittels pngnq:
    pngnq -n 256 $(basename $1 .svg).png && rm $(basename $1 .svg).png
    mv $(basename $1 .svg)-nq8.png $(basename $1 .svg).png
}

Wird die obige Funktion in die ~/.bashrc beziehungsweise ~/.zshrc aufgenommen, so kann sie nach einem erneuten Laden dieser Datei mittels beispielsweise source ~/.zshrc folgendermaßen genutzt werden:

# Funktion INK auf :
INK dateiname.svg

Als Ergebnis erhält man in diesem Fall eine zusätzliche Datei dateiname.png im selben Verzeichnis.

Beenden einer Funktion mittels return

Mit return num kann eine Funktion an jeder beliebigen Stelle beendet werden; dabei wird num als Exit-Status an die Shell zurück geliefert. Gibt es in einer Funktion keine return-Anweisung, so entspricht der Exit-Status der letzten Anweisung dem Rückgabewert der Funktion.


Anmerkungen:

[1]Die Dateinamen von Shell-Skripten sollten keine Zeichen außer Groß- und Kleinbuchstaben, Nummern und dem Unterstrich beinhalten; Umlaute und Sonderzeichen sollten, obwohl sie prinzipiell zulässig sind, vermieden werden.
[2]Auf die gleiche Weise kann man zu Beginn einer Skriptdatei auch einen anderen Interpreter festlegen. Beispielsweise leiten #!/bin/awk -f ein AWK-Skript oder /usr/bin/python3 ein Python3 -Skript ein.
[3]Möchte man in eine Zeile zwei oder mehrere Anweisungen schreiben, so müssen diese durch ; getrennt werden. (Andernfalls würde die zweite Anweisung als Argument der ersten Anweisung interpretiert werden.)
[4]Wird ein Shell-Skript nicht explizit mittels exit beendet, so entspricht der Exit-Status dem Rückgabewert der zuletzt ausgeführten Anweisung.
[5]Funktionsdefinitionen können, ebenso wie Variablen, mit unset funktionsname gelöscht werden; sie können allerdings nicht an Unterprozesse exportiert werden.